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Patienten Diabetes Typ 1

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Guter Ratgeber

Dialysepatienten hoffen auf eine Spenderniere

Marion Mengeler (46) muss drei Mal wöchentlich vier bis sechs Stunden lang zur Dialyse. Ihr sonstiges Lebens muss sie rundherum um ihre Blutwäsche-Termine organisieren.

„Das ist doch eine erhebliche Einschränkung, eine Spenderniere würde mein Leben deutlich vereinfachen“, erklärt die Nierenkranke. Eine realistische Chance für eine Organ-Transplantation sieht sie für sich aber erst in sechs Jahren – weil zu wenige Menschen einen Organspendeausweis bei sich tragen.

Müde und schwach
Dabei strahlt Marion Mengeler, selbst wenn sie an den Dialyseschläuchen angeschlossen ist, eine ausgesprochen positive Grundstimmung aus. „Hier in der Dialysepraxis Dr. Lorenz und Dr. Middendorf herrscht eine schöne familiäre Atmosphäre“, richtet sie ihr Bewusstsein auf alles, was noch geht und was das Leben lebenswert macht. „Denn Jammern macht alles nur schlimmer“, ist sie überzeugt.

„Mit der Zeit reift die Erkenntnis, dass man mit der Dialyse und den damit verbundenen Einschränkungen leben kann“, ergänzt Marion Mengeler. Es sei alles eine Organisationsfrage. Sogar Urlaube mit Dialyse seien inzwischen in fast allen Ländern der Welt möglich. Auch die Ernährungsumstellung und die Einhaltung der erlaubten kleinen Trinkmengen könne bewältigt werden. Der Versuch der dreifachen Mutter, nach der Kinderphase in ihren Beruf Verwaltungsfachangestellte zurückzukehren, ist allerdings gescheitert. „Dialyse ist für Arbeitgeber ein Ausschlusskriterium“, lautet ihr Fazit nach Bewerbungen auf 20-Stunden-Stellen.

„Für mich und die meisten Patienten rückt schon bald nach dem Beginn der Dialyse der Wunsch nach einer Spenderniere in den Vordergrund“, erklärt die Neuenkirchenerin. Es müsse allerdings im Schnitt bei Eurotransplant von einer achtjährigen Wartezeit ausgegangen werden, die mit dem ersten Tag der Dialyse beginnt. Um diese Wartezeit zu verkürzen appelliert sie an alle, einen Spenderausweis auszufüllen und ständig bei sich zu tragen. Anders als oft angenommen könnten ebenso die Organe von 65-Jährigen und Älteren durchaus noch im „Old-for-Old-Programm“ anderen Alten mehr Lebensqualität schenken.

 
Auch eine Änderung der bundesdeutschen Gesetze, die bis jetzt nur eine Organentnahme bei ausdrücklicher Zustimmung erlauben, wäre hilfreich, erläutert Mengeler. Länder, in denen nur bei ausdrücklichem Widerspruch kein Organ entnommen werden darf, hätten einen wesentlich höheren Anteil an Spenderorganen.

Mit einer Spenderniere wird das Leben zwar wieder leichter, aber gesund sind die glücklichen Empfänger trotzdem nicht“, warnt Mengeler vor zu hohen Erwartungen. Die Medikamente, die das Abstoßen des fremden Organs verhindern sollen, haben Nebenwirkungen und setzen Abwehrkräfte gegen Infektionen herab. „Aber alles in allem sorgt eine Organ-Transplantation in den allermeisten Fällen für eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität“, ist die dreifache Mutter überzeugt.

Marion Mengelers Blut wird jetzt seit zwei Jahren 15 Stunden pro Woche in der maschinellen „Ersatzniere“ der Meller Dialysepraxis „gewaschen“. „Seitdem sind meine Müdigkeit und Schwäche verschwunden und ich fühle mich wieder tatkräftig und leistungsfähig“, blickt sie zurück. So wie sie werden in der Praxis Dr. Lorenz und Dr. Middendorf immer 55 bis 60 Patienten behandelt. „Unser Einzugsbereich umfasst die Flächenstadt Melle und die Umgebung“, erklärt Christoph Middendorf im Gespräch mit unserer Redaktion.

Quelle:

noz.de

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