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Brustkrebs: Mit der Zeit wird die Angst weniger

In diesem Interview könnt ihr Isabelle kennenlernen. Bei Isabelle wurde 2003 Brustkrebs diagnostiziert.

Hallo Isabelle! Könnten Sie sich kurz vorstellen?

Hallo! Ich bin Isa, Jahrgang 1969, seit 22 Jahren verheiratet. Ich habe zwei Kinder, Lisa und Tom. Lisa ist 20 Jahre alt, Tom 17.

Sind Sie berufstätig?

Ja, ich arbeite als Grundschullehrerin.

2003 wurde bei Ihnen Brustkrebs diagnostiziert. Wie kam es zu dieser Diagnose?

Ich hatte schon immer die Gewohnheit, mich mindestens einmal im Monat selbst abzutasten. Dabei fiel mir im Frühjahr 2003 in der linken Brust ein Knoten auf. Daraufhin habe ich einen Termin zur Mammografie ausgemacht, es kam zu einer Biopsie und schließlich zur Diagnose Brustkrebs.

Wie war Ihre erste Reaktion?

Als die Diagnose feststand, hatte ich unheimliche Angst, zumal meine Kinder damals auch noch sehr klein waren. Lisa war damals gerade fünf Jahre alt, Tom 4.

Wie wurde der Brustkrebs behandelt?

Ich ließ mir die linke Brust komplett entfernen und bekam außerdem ambulant Chemotherapie.

Wie haben Sie die Chemotherapie vertragen?

Eigentlich ganz gut. Ich bekam magenschützende Medikamente, so dass sich die Übelkeit in Grenzen hielt. Ich war aber unglaublich müde. Natürlich fielen mir die Haare aus. Da ich keine Perücke tragen wollte, band ich mir ein Kopftuch um. Meine Tochter wollte das gleiche tragen. Das fand ich echt süß.

Hatte Ihre Krebserkrankung Auswirkungen auf Ihre Beziehung?

Die Zeit war für keinen von uns einfach. Mein Mann wusste nicht, wie er mit der Erkrankung umgehen sollte. Er war damals außerdem selbstständig und arbeitsmäßig ganz stark eingebunden. Er musste nun fast alles allein schmeißen, die Kinder, den Haushalt, die Firma… Zwischen uns kriselte es ganz schön. Ich schlug dann eine Paartherapie vor und die Gespräche mit dem Therapeuten haben uns sehr geholfen. Nach ein paar Stunden entschieden wir uns auch, eine Haushaltshilfe zu engagieren.

Das alles ist sehr lange her. Wie geht es Ihnen heute?

Ich hatte großes Glück. Bis heute, also 15 Jahre nach dem Tag meiner Krebsdiagnose, ist es zu keinem Rückfall gekommen. Ich hoffe sehr, dass das weiterhin so bleibt.

Haben Sie Angst, wieder an Krebs zu erkranken?

Die Angst ist mein ständiger Begleiter. Ich kann sie nicht abschalten, aber mit den Jahren ist sie etwas weniger geworden.

Leben Sie seit Ihrer Erkrankung anders?

Bevor ich etwas mache, überlege ich mehr, ob ich das wirklich möchte. Ich lebe bewusster und versuche, jeden Moment zu genießen. 2006 habe ich außerdem nochmals ein Studium aufgenommen und Psychologie studiert. Bis zu einem Abschluss habe ich es allerdings nicht gebracht. Mit Familie und Beruf war das dann doch etwas zu viel.

Was möchten Sie anderen chronisch Kranken mitgeben?

Lasst den Kopf nicht hängen, holt euch Unterstützung und schaut, dass ihr die bestmögliche Behandlung bekommt.

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am 19.04.18

Hallo Isabelle,

freue mich für dich, dass der Verlauf bei dir so gut ist, und wünsche dir, dass es so weitergeht!

Gruß

Verena

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am 19.04.18

Wünsche dir auch weiterhin alles Gute!

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am 21.04.18

Weiterhin alles Gute

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am 24.08.18

Alles gute weterhin