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Gebärmutterhalskrebs: Alles, was Sie wissen müssen!

Veröffentlicht am 25.01.2022 • Von Candice Salomé

Nach Angaben vom RKI wurden im Jahr 2018 mehr als 4 300 Frauen mit Gebärmutterhalskrebs neu diagnostiziert. Etwa 1 600 Frauen sterben jährlich daran, vor 30 Jahren waren es noch doppelt so viele.

Aber was sind die Ursachen von Gebärmutterhalskrebs? Was sind seine Symptome? Kann man sich davor schützen? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wir sagen Ihnen alles in unserem Artikel!

Gebärmutterhalskrebs: Alles, was Sie wissen müssen!

Worum handelt es sich bei dem Gebärmutterhals? 

Die Gebärmutter ist ein birnenförmiges Hohlorgan, das sich im Unterbauch der Frau zwischen der Blase und dem Rektum befindet. Der untere (schmalere) Teil der Gebärmutter öffnet sich zur Vagina hin, er wird als Gebärmutterhals bezeichnet. Der obere (breitere) Teil ist der Gebärmutterkörper.

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Quelle: MSD Manual

Der Gebärmutterhals sondert ständig Schleim ab: Es handelt sich dabei um den Zervixschleim. Er sorgt für die Befeuchtung der Vagina und bildet eine Barriere, die die Gebärmutter vor Infektionen schützt.

Darüber hinaus spielt der Zervixschleim eine wichtige Rolle bei der Fortpflanzung. Während des größten Teils des Menstruationszyklus einer Frau ist er dickflüssig und blockiert den Durchgang der Spermien. Während des Eisprungs wird er dünnflüssig und erleichtert den Spermien den Weg von der Scheide in die Gebärmutter, wo sie auf die Eizelle treffen, die vom Eierstock abgegeben wird.

Was ist Gebärmutterhalskrebs? 

Gebärmutterhalskrebs ist in den meisten Fällen auf eine anhaltende Infektion mit einem humanen Papillomavirus (HPV) mit hohem Risiko zurückzuführen. Diese Infektion ist sehr häufig (80% der Frauen werden mindestens einmal in ihrem Leben infiziert) und wird durch sexuellen Kontakt übertragen.

Eine Infektion mit einem humanen Papillomavirus (HPV) heilt dank des Immunsystems meist spontan aus. In 10% der Fälle bleibt das Virus jedoch bestehen.

Wenn sich das Virus dauerhaft am Gebärmutterhals festsetzt, kann es zu Veränderungen des Epithels*kommen: Man spricht dann von präkanzerösen Läsionen.

Selten entwickeln sich diese Läsionen zu Krebs weiter. Die Entwicklung erfolgt langsam, da der Krebs in der Regel innerhalb von 10 bis 15 Jahren nach Beginn der persistierenden Infektion mit dem Virus ausbricht.

Die anhaltende Infektion mit einem humanen Papillomavirus (HPV) ist der Hauptrisikofaktor für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs. Es gibt jedoch noch weitere Risikofaktoren, die ihn begünstigen können, wie z.B. Rauchen, Immunsuppression (z.B. aufgrund von HIV oder der Einnahme von Immunsuppressiva), andere sexuell übertragbare Infektionen, die langfristige Verwendung von oralen Kontrazeptiva, ...

Fast alle Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses sind Karzinome. Das bedeutet, dass sie in der obersten Schicht (Epithel) der Schleimhaut, die den Gebärmutterhals auskleidet, entstehen.

Karzinome werden in zwei Formen unterteilt:

  • Plattenepithelkarzinome (85% der Fälle). Sie entwickeln sich im Bereich der Ektozervix (äußerer Teil des Gebärmutterhalses, der sichtbar ist),
  • Adenokarzinome (15% der Fälle). Sie entwickeln sich in der Endokol (innerer Teil des Gebärmutterhalses, der sich vom inneren zum äußeren Muttermund erstreckt und den Gebärmutterhalskanal bildet).

In den meisten Fällen treten in den frühen Stadien der Krankheit (vor dem Auftreten der Krebsläsionen) keine Symptome auf. 

Wenn diese Läsionen jedoch vorhanden sind, kann es beim Geschlechtsverkehr (zwischen der Menstruation oder nach der Menopause) zu Blutungen kommen. Es kann auch zu einem abnormalen und/oder anhaltenden vaginalen Ausfluss kommen, der auf ein Ungleichgewicht der Vaginalflora durch den Krebs zurückzuführen ist. 

Bei Veränderungen des vaginalen Ausflusses, Blutungen oder anderen gynäkologischen Symptomen ist es notwendig, einen Arzt aufzusuchen.

*Das Epithel ist das Zellgewebe, das das Innere von Hohlorganen, insbesondere der Gebärmutter, auskleidet.

Kann man Gebärmutterhalskrebs vermeiden? 

Gebärmutterhalskrebs kann durch zwei sich ergänzende Maßnahmen vorgebeugt werden: 

  • Die Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV)
  • Und die Früherkennung durch den Pap-Abstrich, bei dem präkanzeröse Läsionen erkannt und behandelt werden, bevor sie sich zu Krebs entwickeln

Gebärmutterhalskrebs ist eine schwere Erkrankung. Dennoch sind die Heilungschancen deutlich besser, wenn er frühzeitig entdeckt und behandelt wird.

Wie kann Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert und behandelt werden? 

Diagnose

Der Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs besteht, wenn bei einer Vorsorgeuntersuchung eine Anomalie festgestellt wurde oder Symptome aufgetreten sind.

Um die Diagnose zu stellen, werden Proben aus dem Bereich der Läsionen entnommen. Deren pathologisch-anatomische Untersuchung ermöglicht es, die Diagnose zu bestätigen. Das Ausmaß der Erkrankung wird dann mithilfe von bildgebenden Verfahren und einem MRT des Beckens bestimmt.

Die Gesamtheit dieser, für die Diagnose notwendigen, Untersuchungen ermöglicht es, jede Krebsart genau zu charakterisieren und die Art der beteiligten Zellen, die Tiefe des Tumors in der Schleimhaut, aber auch seine mögliche Ausbreitung auf benachbarte Organe oder nahe gelegene Lymphknoten und seine mögliche Ausbreitung auf entfernte Organe (Metastasen) zu bestimmen. Die Überlebenschancen einer Frau mit Gebärmutterkrebs liegen fünf Jahre nach der Diagnose bei über 65%, während sie bei metastasierendem Gebärmutterkrebs erheblich niedriger liegen. Diese Statistik zeigt, wie wichtig es ist, Gebärmutterkrebs frühzeitig zu erkennen, bevor er sich stark ausgebreitet hat.

Behandlung

Bei der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs werden je nach Ausmaß der Erkrankung chirurgische Eingriffe, externe Strahlentherapie, Brachytherapie oder Chemotherapie eingesetzt, entweder allein oder in Kombination.

Ein Eingriff wird hauptsächlich zur Behandlung von auf den Gebärmutterhals begrenzten Tumoren mit einer Größe von weniger als 4 cm eingesetzt. In der Regel werden dabei die Gebärmutter, einige benachbarte Gewebe und Organe sowie die Lymphknoten entfernt.

Eine begleitende Radiochemotherapie, die eine Kombination aus externer Strahlentherapie, Brachytherapie und Chemotherapie darstellt, ist die Standardbehandlung für Tumore, die größer als 4 cm sind oder sich über den Gebärmutterhals hinaus (in das Becken) ausgebreitet haben.

In Fällen, in denen die Tumore entfernte Organe befallen haben (Metastasen), besteht die Behandlung aus einer Strahlentherapie (meist von außen) und/oder einer Chemotherapie.

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avatar Candice Salomé

Autor: Candice Salomé, Gesundheitsredakteurin

Candice ist Content Creator bei Carenity und hat sich auf das Schreiben von Gesundheitsartikeln spezialisiert. Ihr besonderes Interesse gilt den Bereichen Psychologie, Wellbeing und Sport. 

Candice hat einen... >> Mehr erfahren

Wer hat es korrigiert: Antoine Seignez, Pharmazeutischer Data Science Projektmanager

Antoine hat einen Doktortitel in Pharmazie sowie einen Doktortitel in Biowissenschaften mit Spezialisierung auf Immunologie. Er studierte an der Universität von Burgund. Mehrere seiner Arbeiten wurden in... >> Mehr erfahren

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