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Was ist eine Nierenerkrankung und wie können wir uns um unsere Nieren kümmern?

Veröffentlicht am 11.03.2021 • Von Courtney Johnson

Trotz ihrer geringen Größe erfüllen die Nieren viele wichtige Funktionen des Körpers, die dazu beitragen, dass wir uns in einer guten Verfassung befinden, einschließlich der Filterung von Abfallstoffen sowie überschüssiger Flüssigkeit aus dem Blutkreislauf. Eine Reihe von Erkrankungen kann die Nieren schädigen oder ihre Funktion einschränken und mit der Zeit zu Nierenversagen führen.

Zum Weltnierentag möchten wir Aufmerksamkeit für Nierenerkrankungen wecken und einige Möglichkeiten hervorheben, wie wir unsere Nieren schützen können!

Welche Arten von Erkrankungen beeinträchtigen die Nieren? Was ruft diese Erkrankungen hervor? Wie können wir uns um unsere Nieren kümmern?

Wir erklären all das in unserem Artikel!

Was ist eine Nierenerkrankung und wie können wir uns um unsere Nieren kümmern?

Welche Rolle spielen die Nieren in unserem Körper?

Gesunde Nieren zu haben ist lebensnotwendig für einen gesunden Körper. Die Nieren filtern primär Abfallstoffe, überschüssige Flüssigkeit und andere Abfallprodukte aus dem Blutkreislauf, regulieren aber auch den Salz-, Kalium- und pH-Wert des Körpers. Diese Toxine und überschüssigen Nährstoffe werden von den Nieren zur Blase geschickt und dann durch den Urin aus dem Körper entfernt. Die Nieren spielen durch die Ausschüttung von Hormonen auch eine Rolle bei der Regulierung des Blutdrucks sowie der Produktion der roten Blutkörperchen und aktivieren Vitamin D, das dem Körper hilft, Kalzium aufzunehmen, damit die Knochen stark bleiben.

Wenn die Nieren geschädigt werden, funktionieren sie weniger effizient und können sogar zu einer Reihe von gesundheitlichen Problemen führen, wie z.B. Schwellungen, schlechter Schlaf, Nervenschädigungen, schwache Knochen und Mangelernährung. Im Laufe der Zeit, wenn die Schädigung anhält, können die Nieren ihre Funktion vollständig einstellen (Nierenversagen), was eine Dialyse oder gar eine Nierentransplantation erforderlich macht.

Nierenerkrankungen betreffen ca. 9 Millionen Menschen in Deutschland, das sind etwa 11% der erwachsenen Bevölkerung, und viele Patienten sind sich nicht einmal bewusst, dass sie daran leiden. Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns um unsere Nieren kümmern und uns der Erkrankungen bewusst sind, die sie beeinträchtigen können.

Welche verschiedenen Typen und Ursachen von Nierenerkrankungen gibt es?

Chronische Nierenerkrankung (CKD)

Die am häufigsten vorkommende Art von Nierenerkrankungen ist die chronische Nierenerkrankung (CKD). Auch bekannt als chronisches Nierenversagen, beschreibt CKD einen Zustand des allmählichen Verlusts der Nierenfunktionen mit der Zeit.

CKD wird häufig durch Bluthochdruck verursacht, der den Druck auf die Glomeruli, die kleinen Blutgefäße in den Nieren, in denen das Blut gefiltert wird, erhöht und sie so schädigt. Diabetes kann ebenfalls CKD verursachen, da der erhöhte Zuckergehalt im Blut die Glomeruli schädigen kann. In beiden Fällen verschlechtert sich bei längerer Schädigung die Nierenfunktion so weit, dass sie das Blut nicht mehr selbst reinigen kann. An diesem Punkt wird eine Dialyse erforderlich.

Polyzistische Nierenerkrankung (PKD)

Die polyzistische Nierenerkrankung (PKD) ist eine genetische Störung, bei der mit Flüssigkeit gefüllte Zysten in den Nieren wachsen. Es handelt sich um eine Form der CKD, die auch die Nierenfunktion beeinträchtigt und zu Nierenversagen führen kann.

Es ist wichtig zu beachten, dass sich PKD von vereinzelten Nierenzysten unterscheidet, die sich später im Leben entwickeln können - PKD-Zysten sind schwerwiegender, können die Form der Nieren verändern und andere Komplikationen hervorrufen, wie Leberzysten, Bluthochdruck oder Probleme mit den Blutgefäßen im Gehirn und im Herz.

Nierensteine

Nierensteine, auch Nephrolithen genannt, sind ein weiteres sehr verbreitetes Nierenproblem. Sie sind kleine, harte Ablagerung von Mineralien und sauren Salzen, die sich in den Nieren bilden. Normalerweise verlassen sie den Körper beim Wasserlassen. Obwohl sie nur selten Schäden verursachen, können Nierensteine beim Durchgang durch die Harnwege schmerzhaft sein.

Harnwegsinfektionen

Harnwegsinfektionen (HWI) sind bakterielle Infektionen, die in jedem Teil des Harntrakts auftreten können. Sie betreffen aber am häufigsten die Harnröhre oder die Blase (Zystitis), können sich aber bei fehlender Behandlung auf die Nieren ausbreiten (Nierenbeckenentzündung oder auch Pyelonephritis genannt) und zu Nierenversagen führen.

Glomerulonephritis

Glomerulonephritis (GN) ist ein Begriff für die Entzündung der Glomeruli. Sie kann durch bestimmte Infektionen, Medikamente oder angeborene Erkrankungen verursacht werden und bei fehlender Behandlung zu einem kompletten Nierenversagen führen.

Was sind die Symptome oder Warnzeichen einer Nierenerkrankung?

Nierenerkrankungen können schwer zu erkennen sein, da sie oft ohne nennenswerte Symptome verlaufen, bis sie bereits weit fortgeschritten sind. Die Mehrheit der Patienten mit Nierenerkrankungen in frühen Stadien bleibt ohne Diagnose. Einige der frühen Warnzeichen können sein:

  • Müdigkeit
  • Schwächegefühl
  • Schlechter Appetit
  • Konzentrations- oder Denkschwierigkeiten
  • Schlafstörungen
  • Muskelkrämpfe
  • Schwellungen in den Füßen und Knöcheln
  • Trockene oder schuppige Haut
  • Anhaltender Juckreiz
  • Häufiger Harndrang, besonders nachts

Wie kann man Nierenerkrankungen vorbeugen und sich um seine Nieren kümmern?

Um mehr Aufmerksamkeit für die Bedeutung von gesunden Nieren zu verbessern, hat das Komitee des Weltnierentags, eine gemeinsame Initiative der Internationalen Gesellschaft für Nephrologie (ISN) und die Internationale Föderation der Nierenstiftungen (IFKF), 8 goldene Regeln verfasst, um das Risiko einer Nierenerkrankung zu verringern:

editor_meta_bo_img_2bcb02074611267ef6045051c474f765.png Bleiben Sie aktiv: Indem Sie fit bleiben und sich regelmäßig körperlich bewegen, können Sie ein gesundes Gewicht beibehalten, Ihren Blutdruck senken und somit auch Ihr Risko für CKD verringern.

editor_meta_bo_img_b57e17dab9fea7314d4a9ed77dcb1b0b.png Essen Sie gesund: In Kombination mit regelmäßigem Training kann eine gesunde Ernährung dazu beitragen, Ihren allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern und Erkrankungen vorzubeugen, die zu Nierenschäden führen können, wie Diabetes oder Herzerkrankungen. Eine Reduzierung der Aufnahme an Salz sowie verarbeiteten Lebensmitteln kann ebenfalls zu gesunden Nieren beitragen.

editor_meta_bo_img_e21eb3bdcd1660667cbc9210f2c6906a.png Überwachen und kontrollieren Sie Ihren Blutzucker: Es wird geschätzt, dass etwa die Hälfte der Menschen, die an Diabetes erkranken, nicht wissen, dass sie krank sind. Unbehandelter Diabetes kann zu Nierenschäden führen. Es ist daher wichtig, Ihren Blutzucker im Rahmen der regelmäßigen Check-Ups zu überprüfen und Ihr Bestes zu tun, um ihn zu kontrollieren.

editor_meta_bo_img_938e4ba61538986f6ebc3507111cb749.png Überprüfen und kontrollieren Sie Ihren Blutdruck: Ähnlich wie bei Diabetes sind sich auch viele Patienten mit Bluthochdruck dessen nicht bewusst. Wenn dieser unbehandelt bleibt, kann Bluthochdruck, insbesondere in Verbindung mit Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder hohem Cholesterinwert besonders schädlich für die Nieren sein. Stellen Sie sicher, dass Ihr Blutdruck im Rahmen der regulären Check-Ups kontrolliert wird und suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Ihr Blutdruck sich dauerhaft über dem Normalbereich befindet.

editor_meta_bo_img_009ea30a2e4163039f3079bd4b2a0eec.pngBleiben Sie hydriert: Eine angemessene Flüssigkeitsaufnahme ist ein wichtiger Bestandteil der Pflege gesunder Nieren. Die Nieren brauchen Wasser, um Abfallstoffe aus dem Blut im Urin ausscheiden zu können, also trinken Sie genug! Die allgemeine Empfehlung liegt bei 8 Tassen (2 Liter) pro Tag, aber das amerikanische Institute of Medicine hat herausgefunden, dass Männer eigentlich um die 13 Tassen (3 Liter) pro Tag sowie Frauen 9 Tassen (2,2 Liter) pro Tag benötigen.

editor_meta_bo_img_a38ae844014f368252cadd60be153459.png Hören Sie auf zu rauchen: Es ist erwiesen, dass Rauchen den Blutfluss zu den Nieren verlangsamt, und ein verminderter Blutfluss kann deren Funktion beeinträchtigen. Es erhöht ebenso das Risiko, an Nierenkrebs zu erkranken, um etwa 50%, es ist also eine Angewohnheit, die Sie definitiv loswerden wollen!

editor_meta_bo_img_fc0ded52a0c8843baa6f8020b81b8b17.png Schränken Sie den Gebrauch von rezeptfreien Medikamenten ein: Die regelmäßige Einnahme von bestimmten, häufig verschriebenen Medikamenten wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR oder NSAID) oder Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol) kann die Nieren schädigen. Befolgen Sie unbedingt die Anweisungen zur Dosierung von Ihrem Arzt oder Ihrem Apotheker und scheuen Sie sich nicht, im Zweifelsfall nachzufragen.

editor_meta_bo_img_629d6ef58c94e5a7187a95c2795c03ed.png Überwachen Sie Ihre Nierenfunktion: Es ist wichtig, Ihre Nierenfunktion im Rahmen eines regulären Check-Ups zu überprüfen, besonders, wenn Sie an einem der Risikofaktoren (Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, Nierenerkrankungen in der Familie) leiden. Machen Sie Ihren Arzt auf Ihr Risiko aufmerksam, sofern er sich dessen noch nicht bewusst ist, äußern Sie all Ihre Bedenken und fragen Sie Ihren Arzt nach einem Bluttest für Nierenprobleme.


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Autor: Courtney Johnson, Gesundheitsredakteurin

Courtney ist Content Creator bei Carenity und konzentriert sich auf das Schreiben von Gesundheitsartikeln. Ihr besonderes Interesse gilt den Bereichen Ernährung, Wellness und Psychologie.

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