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Lupus: Wie wird er diagnostiziert und wie werden die Untersuchungsergebnisse interpretiert?

Veröffentlicht am 29.03.2021 • Von Clémence Arnaud

Lupus ist eine Erkrankung, bei der die Diagnose lange dauert und kompliziert ist. Es ist notwendig, sich mit mehreren Personen des medizinischen Fachpersonals zu beraten, um eine Diagnose zu erhalten, die alle Aspekte der Krankheit berücksichtigt.

Welche Untersuchungen erlauben die Diagnose von Lupus? Wie sind die Ergebnisse zu interpretieren?

Wie erzählen Ihnen alles darüber in unserem Artikel!


Lupus: Wie wird er diagnostiziert und wie werden die Untersuchungsergebnisse interpretiert?

Lupus: Einige allgemeine Grundsätze

Lupus ist eine chronische, systemische Autoimmunerkrankung, was bedeutet, dass sie viele Organe beeinträchtigt.

Es handelt sich um eine seltene Erkrankung:

  • 41 von 100 000 Menschen leiden an einem systemischen Lupus
  • Er betrifft 90% der Frauen zwischen der Pubertät und der Menopause
  • Die Prävalenz ist am höchsten zwischen 30 und 39 Jahren

Diagnose

Die Seltenheit und die Vielfalt der Symptome machen die Diagnose von Lupus besonders schwierig.

Es handelt sich um eine Erkrankung, die in Schüben voranschreitet, die Diagnose erfolgt meist zu diesem Zeitpunkt.

Die ersten Symptome sind häufig Gelenkschmerzen und Hautprobleme. Bei Schüben kann es zu Fieber und Müdigkeit kommen.

Die Diagnose eines systemischen Lupus erythematodes (SLE) erfolgt durch ein multidisziplinäres Team. Der Hausarzt arbeitet je nach Beeinträchtigung des Patienten mit einem oder mehreren Ärzten zusammen:

  • Ein Internist, der der Ansprechpartner bei seltenen Krankheiten ist
  • Ein Nephrologe (wenn eine Nierenschädigung vorliegt)
  • Ein Rheumatologe (Spezialist für Gelenke und Knochen)
  • Ein Augenarzt
  • Ein Hautarzt

Der Arzt führt zunächst eine klinische Untersuchung durch, um nach verdächtigen Symptomen zu suchen und verschreibt danach zusätzliche Tests.

Zusätzliche Bluttests

Im Fall von Lupus werden Blutanomalien wie eine Anämie (Abnahme der roten Blutkörperchen), eine Abnahme der weißen Blutkörperchen (Leukopenie < 4000/mm3, mindestens 2 mal beobachtet) oder der Thrombozyten (Thrombozytopenie < 100 000/mm3 bei fehlender medikamentöser Ursache) gefunden ...

Bei dieser Erkrankung erlaubt die Suche nach Antikörpern eine genaue Diagnose:

  • Antinukleäre Antikörper: Sie sind nicht spezifisch für Lupus, werden aber bei 99% der diagnostizierten Fälle gefunden. Sie richten sich gegen den Zellkern und eine genauere Identifizierung ermöglicht, ihre Art zu erkennen.
  • Anti-dsDNA-Antikörper: Sie sind spezifisch für Lupus, können aber bei einer Rezidivphase unerkannt bleiben (präsent in 50-80% der Fälle). Umgekehrt ist ein Anstieg der anti-dsDNA-Antikörper und/oder der Abfall des Komplementspiegels ein Grund, die regelmäßige Überwachung der Krankheit weiterzuführen, da diese ein Hinweis auf einen neuen Schub oder eine Verschlechterung der Krankheit sein können.
  • Autoantikörper gegen extrahierbare nukleäre Antigene oder ENA: Die Antikörper Anti-Sm werden ausschließlich Lupus zugeschrieben. Dennoch sind sie nur in 10-20% der Fälle vorhanden.
  • Antiphospholipid-Antikörper: Nach diesen kann im Fall von Lupus gesucht werden, um ein Antiphospholipid-Syndrom auszuschließen.

Klinische Untersuchungen

editor_meta_bo_img_3442e28d82a68178d332a8770af3f354.png Hautspezifische Merkmale:

Es handelt sich um die häufigsten Symptome, die bei Patienten mit Lupus vorkommen. Sie sind in 80% der Fälle vorhanden. Das bekannteste Symptom ist der wolfsmaskenförmige (schmetterlingsförmige) Ausschlag im Gesicht um die Augen, Wangenknochen und Nase. Die Erscheinungen entwickeln sich vor allem dann, wenn die Haut der Sonne ausgesetzt ist.

Andere langsam oder chronisch verlaufende Hautbeeinträchtigungen können an anderen Körperstellen auftreten: ringförmige Ausschläge, violette Flecken, Knötchen, Plaques mit Schuppung (ähnlich wie Psoriasis-Plaques).

Bei einem Lupus-Schub oder in den darauffolgenden drei Monaten kann ein diffuser Haarausfall vorkommen. Diese diffuse Alopezie verschwindet im Laufe der Behandlung allmählich wieder.

editor_meta_bo_img_1089607beddfdead08fdb5f84caf647a.png Gelenkspezifische Merkmale:

Diese sind in 80% der Fälle ebenfalls vorhanden und ein frühes Anzeichen für Lupus. Mehrere Gelenke sind davon betroffen: Hände/Finger/Handgelenke, aber auch Füße/Knie/Knöchel.

Diese werden heiß und schwellen an, sind aber nicht verformt. Die Schmerzen kommen vor allem nachts vor und sind symmetrisch. Auch die Muskeln können manchmal schmerzen.

Es ist wichtig, die Beeinträchtigung der Gelenke anhand von Röntgenaufnahmen zu bewerten, wenn die Diagnose gestellt wird.

editor_meta_bo_img_0558e23ea93303c0969ad3267aa9abd8.png Vaskuläre Merkmale:

Gefäßprobleme sind nicht spezifisch für Lupus, können aber mit diesem in Verbindung stehen. Die Raynaud-Krankheit, die einer schlechten Blutversorgung der Extremitäten entspricht, wird ebenfalls häufig vorgefunden. Andere Störungen oder Erkrankungen, wie Venenentzündungen und Thrombosen, können auftreten.

Ein venöser und arterieller Doppler-Ultraschall, ein Fundus sowie andere Untersuchungen müssen ebenfalls durchgeführt werden, um die Beeinträchtigung der Gefäße des Patienten verstehen zu können.

editor_meta_bo_img_b27d2dca21ea474efbf8280319c3ea67.png Nierenspezifische Merkmale:

Eine Beeinträchtigung der Nieren ist nicht sehr häufig bei Lupus-Patienten. Sie entwickelt sich langsam oder ist manchmal schon zu Beginn der Erkrankung vorhanden. Proteinurie, Hämaturie und Blutkreatinin sind Parameter, die eine Beurteilung der Schädigung ermöglichen. Eine Proteinurie von > 0.5g/j ist ein Zeichen für eine Beeinträchtigung der Nieren.

Je nach Art der Beeinträchtigung können weitere Untersuchungen vorgeschlagen werden: Nieren- und Hautbiopsien, Röntgen- oder CT-Untersuchung des Thorax, Ultraschall oder Herz-MRT, MRT des Gehirns, … Diese Untersuchungen ermöglichen es, eine Bilanz zu den verschiedenen Beeinträchtigungen des Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose zu ziehen.

>>> Lesen Sie auch den Artikel über die Diagnose Lupus und wie die Mitglieder von Carenity dies erfahren haben <<<

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Autor: Clémence Arnaud, Digital Marketing Assistent

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