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Neue Studie: Luftverschmutzung steht mit erhöhtem Demenzrisiko in Verbindung

19.09.2018 • 1 Kommentar

Neue Studie: Luftverschmutzung steht mit erhöhtem Demenzrisiko in Verbindung

Der 21. September ist Welt-Alzheimertag, passend dazu wurden in einer kürzlich veröffentlichten Studie neue Erkenntnisse bekannt gegeben. Demnach wird die städtische Luftverschmutzung, vor allem durch Verkehr, mit einem erhöhten Risiko an Demenz zu erkranken, in Verbindung gebracht.

Die Verbindung blieb auch bestehen, nachdem erhöhter Alkoholkonsum und Rauchen sowie andere bekannte Risikofaktoren für Demenz ausgeschlossen wurden, berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift BMJ Open.

Es ist bekannt, dass Chemikalien wie Stickstoffdioxid und Ruß, die durch Abgase ausgestoßen werden, das Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Atemprobleme, insbesondere Asthma, erhöhen.

Bisher blieb allerdings unklar, ob sie auch die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer oder anderen Demenzarten zu erkranken, erhöhen.

Die Studie über Demenz

Basierend auf den Wohnanschriften von Teilnehmern schätzen Wissenschaftler deren jährliche Stickstoffdioxid- und Feinstaub-Exposition und verfolgten anschließend deren gesundheitlichen Werdegang über einen Zeitraum von 7 Jahren. Über diesen Zeitraum erhielten fast 2200 Patienten (1,7 % aller Teilnehmer) eine Demenzdiagnose.

Das Fünftel der Patienten, die in den am stärksten verschmutzten Gegenden wohnten, hatten ein um 40% erhöhtes Risiko an Demenz zu erkranken im Vergleich zu dem Fünftel der Teilnehmer, die in den am wenigsten mit Stickstoff und Feinstaub verschmutzten Gegenden lebten.

Tendenzen, aber keine Gewissheit

Da die Studie auf einer nachträglichen Analyse und nicht auf einer klinischen Studie in einem experimentellen Umfeld basiert, können keine sicheren Schlussfolgerungen hinsichtlich der Ursache und Wirkung gezogen werden, warnten die Autoren. Die Ergebnisse legen jedoch nahe, dass die chemischen Nebenprodukte der Verbrennung von Diesel und Benzin die Gehirnfunktion schädigen können. Die Studie wies darauf hin, dass "die verkehrsbedingte Luftverschmutzung mit einer schlechteren kognitiven Entwicklung bei kleinen Kindern in Verbindung gebracht wurde”.  

Selbst wenn die Auswirkungen der Luftverschmutzung relativ gering bleiben, fügen sie hinzu: "Die Vorteile für das Gesundheitswesen wären bedeutend, wenn sich herausstellen sollte, dass eine Verringerung der Abgas-Exposition, das Fortschreiten der Demenz verzögern könnte."

Externe Experten stimmen zu

Die Studie wurde von Experten, die sie vor der Veröffentlichung überprüft haben, begrüßt. "Es gibt immer mehr Belege für den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und der Gehirngesundheit, einschließlich Demenz und Alzheimer", sagte Martie Van Tongeren, Professorin für Arbeits- und Umweltgesundheit an der Universität Manchester.

Kevin McConway von der Open University lobte die Studie, bemängelte jedoch, dass diese nur die Belastung durch Schadstoffe zu Hause schätzte und weder Schadstoffwerte an oder in der Nähe von Arbeitsstätten noch längere Abwesenheiten von zu Hause berücksichtigte.

Demenz, eine Erkrankung die sich ausbreitet

Weltweit leiden 7% der Bevölkerung über 65 an Alzheimer oder einer anderen Formen von Demenz, bei den über 85-Jährigen liegt die Zahl sogar bei 40%.

Es wird erwartet, dass sich die Zahl weltweit bis zum Jahr 2050 fast verdreifachen wird, was eine große Herausforderung für die Gesundheitssysteme darstellt.

 "Die Primärprävention von Demenzerkrankungen wird in den kommenden Jahrzehnten weltweit eine große Aufgabe für das Gesundheitswesen darstellen", schreiben die Forscher.

AFP

avatar Giovanni Mària

Autor: Giovanni Mària, International Traffic Manager

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Kommentare

am 19.09.18

Die Luftverschmutzung kann nur ein Auslöser von mehreren  sein, wenn gleich dies der Hauptgrund ist. Alzheimer wird nach meinem Dafürhalten auch verstärkt auf dem Land diagnostiziert, wo die Luft sauberer ist. Bei diesen Test muß auch die Arbeitsstelle / Berufstätigkeit mit einbezogen werden. Viele Beschäftigte in den LPG bzw. ACZ haben mit Diesel, Fetten, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel zu tun. Auch unter Einhaltung der Bestimmungen zum Umgang mit diesen Mitteln sind Gesundheitsschäden nicht gänzlich auszuschließen .

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