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Wie kann man den Verlauf seiner rheumatoiden Arthritis überwachen?

Veröffentlicht am 22.08.2019 • Von Louise Bollecker

Die rheumatoide Arthritis ist eine Krankheit, die schubweise auf unvorhersehbare Art fortschreitet. Wenn die Krankheit nicht behandelt wird, kann sie nach und nach andere Gelenke befallen. Deshalb ist es unerlässlich, die Entwicklung der Krankheit zu überwachen, um Komplikationen zu begrenzen. Folgen Sie unserem Leitfaden!

Wie kann man den Verlauf seiner rheumatoiden Arthritis überwachen?

Im ersten Jahr nach der Diagnose der Krankheit wird eine monatliche Beurteilung (bei jeder Sprechstunde) durchgeführt. Bei der Kontrolle der Krankheit (Remission oder geringe Aktivität) findet die Beurteilung alle 3 Monate statt.

Messen der Krankheitsaktivität: der DAS 

Der DAS, ein Messinstrument

Die Krankheitsaktivität wird nach bestimmten klinischen und biologischen Parametern beurteilt. Diese Parameter ermöglichen die Berechnung des DAS28-Scores (DAS steht für Disease Activity Score = Krankheits-Aktivitäts-Score).

Es handelt sich um einen Index der Aktivität der rheumatoiden Arthritis, der mehrere Aspekte der Krankheit in einem einzigen Datensatz kombiniert, der als Zahl ausgedrückt wird. Wir sprechen von DAS28, da dieser Wert auf 28 definierten Gelenken berechnet wird.

Vier Werte zur Berechnung des DAS

1. & 2. Die Gelenke

Die Anzahl der geschwollenen Gelenke (GG) und die Anzahl der druckschmerzhaften Gelenke (DG) sind die ersten beiden Kriterien, die berücksichtigt werden müssen.

3. Die Bewertung durch den Patienten

Der Patient wird auch gebeten, die Aktivität seiner rheumatoiden Arthritis global zu bewerten. Sie wird mit einer visuellen Analogskala von 0 bis 10 gemessen. Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Schmerzbeurteilung: 0 = eine vollkommen fehlende Krankheitsaktivität, 10 = die höchste denkbare Krankheitsaktivität, die sich der Patient vorstellen kann.

4. Die Messung der Entzündung: der CRP-Wert und der BSR-Wert

Wenn der Körper Substanzen entdeckt, die ihm fremd erscheinen, legt er eine Abwehrstrategie fest, um sie zu erkennen, zu zerstören und zu beseitigen: das ist die Entzündungsreaktion. Die Ursachen der Entzündung sind vielfältig: Sie können äußeren (Bakterien, Viren, Hautläsionen, Schläge...) oder inneren Ursprungs sein (Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Krebs...).

- Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein von der Leber gebildetes Akute-Phase-Protein, das bei einer akuten Entzündung im Körper vermehrt ins Blut abgegeben wird und das Immunsystem unterstützt.
Das CRP spielt eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung und Aktivierung der Immunabwehr (weiße Blutkörperchen) und der Stimulierung des Zerstörungsprozesses von als fremd geltenden Zellen (Phagozytose). Je höher der CRP-Wert, desto wichtiger ist die Entzündungsreaktion.

- Zur Bestimmung der Blutsenkungsreaktion (BSR), auch Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit genannt, gibt ein Techniker rote Blutkörperchen in ein Reagenzglas und bestimmt, wie schnell die roten Blutkörperchen in einer ungerinnbar gemachten Blutprobe innerhalb einer bestimmten Zeit (meist einer Stunde) absinken. Die BSR wird von der Anzahl, Gestalt und Verformbarkeit der roten Blutkörperchen beeinflusst. Im Falle einer Entzündungsreaktion steigt die Anzahl der Entzündungsproteine (einschließlich Fibrinogen) im Blut und führt zur Bildung von Anhäufungen von roten Blutkörperchen. Je höher der Wert der BSR, desto schwerer sind die Aggregate und desto schneller fallen sie auf den Boden des Reagenzglases. Die Entzündung ist daher stärker.

Überwachen der Reaktionen auf die Behandlung

Folgeuntersuchungen messen auch das Ansprechen auf die Behandlung, d.h. ihre Wirksamkeit, aber auch die Verträglichkeit der verordneten Behandlung gemäß den Zusammenfassungen der Produkteigenschaften und des klinischen Kontextes des Patienten (einschließlich der anderen Pathologien des Patienten).

Vorbeugen möglicher Komplikationen

Die Überwachung der rheumatoiden Arthritis beinhaltet auch die Suche nach extraartikulären Symptomen der Erkrankung. Diese Symptome können durch das Fortschreiten der Krankheit verursacht werden. Zu diesen Symptomen gehören Tendovaginitis, rheumatoide Knoten, Vaskulitis, das Sjögren-Syndrom oder das Raynaud-Syndrom.

Feststellen des Fortschreitens der Krankheit durch bildgebende Verfahren

Die bildgebenden Verfahren ermöglichen es, nach Anzeichen von Gelenkzerstörungen, Entkalkung der Knochen und Fehlstellungen zu suchen, die charakteristische Anzeichen einer rheumatoiden Arthritis sind. Es werden Röntgenaufnahmen aller symptomatischen Gelenke gemacht. Zu Beginn der Erkrankung sind die Röntgenbilder normal.

Wenn danach die Anzeichen auftauchen, werden diese radiologischen Untersuchungen einen doppelten Nutzen haben: Sie bestätigen die Diagnose und dienen als Grundlage für den Vergleich mit nachfolgenden radiologischen Untersuchungen (die Entwicklung der Krankheit wird daher besser überwacht). Ultraschalluntersuchungen oder MRT können auch im Rahmen einer bildgebenden Beurteilung eingesetzt werden.

Im Rahmen der Überwachung der Entwicklung Ihrer rheumatoiden Arthritis wird im ersten Jahr alle 6 Monate und dann in den ersten 3 bis 5 Jahren und bei einem Wechsel der Therapiestrategie mindestens einmal jährlich der medizinische Bildgebungs-Check durchgeführt. Die Röntgen-Untersuchungen liegen dann weiter auseinander, sobald die Krankheit stabiler ist.

Haben Sie Fragen zur Überwachung der rheumatoiden Arthritis? Wie hat Ihnen Ihr Arzt diese Tests erklärt? Wie verläuft die Krankheit?

avatar Louise Bollecker

Autor: Louise Bollecker, Community Manager Frankreich

Louise ist Community Managerin von Carenity in Frankreich und Chefredakteurin des Gesundheitsmagazins. Sie bietet allen Mitgliedern Artikel, Videos und Erfahrungsberichte. Ihr Ziel ist es, die Stimme der Patienten zu... >> Mehr erfahren

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