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Coronavirus und Barriere-Gesten: Welche Vorsichtsmaßnahmen sind zu treffen?

26.03.2020 • 3 Kommentare

Bund und Länder haben neue Maßnahmen beschlossen, die helfen sollen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Die Regeln gelten zunächst für zwei Wochen. 

Wie kann man vermeiden, krank zu werden? Wie kann die Übertragung im Falle einer Kontamination vermieden werden? Sind Sie sich der verschiedenen Maßnahmen, die Sie in Ihrem täglichen Leben ergreifen müssen, bewusst?

Wir erklären die einzelnen Barrieremaßnahmen.

Coronavirus und Barriere-Gesten: Welche Vorsichtsmaßnahmen sind zu treffen?

Welche Barrieremaßnahmen sind zu ergreifen, um sich vor dem Coronavirus zu schützen?

Das Bundesministerium für Gesundheit hat mehrere Empfehlungen hervorgehoben, die strikt eingehalten werden müssen:

Die Maßnahmen sind wie folgt:

  • Waschen Sie Ihre Hände sehr regelmäßig mit Seife (mindestens 20 Sekunden lang) oder hydroalkoholischem Gel.
  • Husten und Niesen in den Ellenbogen.
  • Respektieren Sie einen Abstand von mindestens 1,50 m zu jeder anderen Person, geben Sie sich nicht die Hand.
  • Treffen Sie sich nur mit höchstens einer anderen Person gleichzeitig (ausgenommen von dieser Regel sind nur Familien und Wohngemeinschaften).
  • Berühren Sie nicht Ihr Gesicht.
  • Verwenden Sie Einwegtücher und entsorgen Sie diese.
  • Respektieren Sie die Regeln des Kontaktverbots und bleiben sie möglichst zu Hause.

Sich die Hände waschen: ja, aber wie?

Man sollte sich stündlich (auch zu Hause) die Hände waschen

Um sich die Hände richtig zu waschen, ist es wichtig, einige Maßnahmen zu befolgen, wie z.B. :

  • waschen Sie sich mindestens 30 Sekunden lang die Hände,
  • reiben Sie den Handrücken und die Handflächen, sowie die Finger und Interdigitalräume,
  • vergessen Sie nicht die Handgelenke und Nägel

Um die Zeit des Händewaschens einzuhalten, geben wir Ihnen einen kleinen Tipp: Am besten singen Sie das Lied "Happy Birthday" ganz und zweimal hintereinander :)

Welche Tipps gibt es zur effizienten Reinigung Ihrer Wohnung?

Abgesehen von der persönlichen Hygiene, die zu beachten ist, um die Verbreitung des Virus zu vermeiden, müssen in Ihrem Haus andere Maßnahmen ergriffen werden, um die Risiken zu verringern:

  • lüften Sie Ihr Zuhause regelmäßig: mindestens zehn Minuten mehrmals am Tag in den Wohnräumen.
  • reinigen und desinfizieren Sie betroffene Oberflächen wie Türgriffe, Arbeitsflächen, Toiletten, Fußböden... mit dem üblicherweise verwendeten Produkt und anschliessen mit Desinfektionsmittel. Dann mit Wasser abspülen.
  • waschen Sie Ihr Besteck und Geschirr getrennt von dem des übrigen Haushalts mit dem üblichen Geschirrspülmittel oder in der Spülmaschine bei 60°c.
  • die Haushaltswäsche (Laken, Handtücher...) muss mindestens 30 Minuten bei 60°c gewaschen werden, ohne sie vorher zu auszuschütteln.
  • bevorzugen Sie Haushaltsgeräte, die keinen Staub aufwirbeln (Schwamm oder Mopp).
  • waschen Sie sich anschliessend die Hände.

Was Haustiere betrifft, hat u.a. auch schon das Robert-Koch-Institut gemeldet, es gäbe keinerlei Hinweise auf eine Übertragung vom Haustier auf den Menschen. Und dementsprechend auch keinen Grund, sein Haustier fernzuhalten oder gar abzugeben. Wichtiger wäre, dass man beim Tier auf die Hygiene achtet, so wie als Mensch auch. Wenn Sie also z.B. Ihren Hund nach einem Spaziergang baden möchten, da er schmutzig geworden ist, dann benutzen Sie ein geeignetes Tiershampoo und trocknen Sie Ihr Tier danach gut ab. Benutzen Sie kein Desinfektionsmittel oder alkoholhaltige Reiniger direkt auf dem Fell oder der Haut, da diese Mittel für Ihr Haustier sehr gefährlich sind!

Wann wird das Tragen einer Schutzmaske empfohlen?

Eine Person, bei der der Verdacht auf Symptome einer Atemwegsinfektion besteht oder die bekanntermaßen krank ist, kann zum Schutz anderer eine Maske tragen.

Es gibt zwei Arten von Masken:

  • Operationsmasken, Typ I, die 95% der Bakterien filtern, und Typ II, die mehr als 98% der Bakterien filtern. Im Falle der Coronavirus-Epidemie sind dies chirurgische Masken, die für Patienten oder Personen reserviert sind, die bekanntermaßen mit einem Patienten in Kontakt stehen.
  • Atemschutzmasken, FFP2- oder FFP3-Maske, sind Sicherheitsmasken mit einem sehr hohen Filtrationsgrad. Sie sind den Angehörigen der Gesundheitsberufe in der gesamten Kette (medizinische Transporte, Feuerwehr, Privatärzte, Krankenschwestern usw.) vorbehalten und nicht für die breite Öffentlichkeit bestimmt.

Damit eine Maske wirksam ist, muss sie der europäischen Norm NF EN 14683 entsprechen. 

Können wir unsere eigenen Masken herstellen?

Olivier Castel, medizinischer Leiter der Krankenhaushygiene am CHU von Poitiers, schlägt vor, seine Masken zu Hause selbst herzustellen.

Für die Herstellung seiner Maske empfiehlt Olivier Castel, sich von den Mustern zu inspirieren, die von der Universitätsklinik Grenoble veröffentlicht wurden: "Darunter befindet sich ein dreilagiges Modell, bei dem ein Vlies oder ein feines, in Baumwolle gewickeltes Vlies verwendet wird. Das ist ein echtes Plus". Zu Hause können Sie das Vlies durch Mikrofaser ersetzen, die ein wasserabweisendes Material ist, und einen Schnürsenkel statt eines Gummibandes verwenden. Das Universitätsklinikum Grenoble bietet auch kindgerechte Modelle an. 

Vorsicht, die Wirksamkeit von selbstgemachten Masken ist nicht dokumentiert und es ist wichtig, die Maske gut auf dem Gesicht zu fixieren (Wasserdichtigkeit) und sie täglich bei 30° mit Waschmittel zu waschen.  Laut dem Universitätsklinikum Grenoble ist es "eine ergänzende Option für diejenigen, die dies wünschen und nicht in direktem Kontakt mit den Patienten stehen". In der Tat sind nur Standardmasken für Patienten (verdächtig, getestet...) und Betreuer gültig. 

Welche Vorkehrungen sollten außer Haus getroffen werden?

Wenn Sie Ihr Haus verlassen müssen, um Lebensmittel einzukaufen, müssen Sie bestimmte Maßnahmen in Betracht ziehen, die es Ihnen ermöglichen, das Kontaminationsrisiko zu verringern.

Nehmen Sie z.B. Ihre eigenen Einkaufstaschen oder Einkaufswagen mit. Es ist wichtig, keine Supermarktkörbe zu verwenden, die nicht immer nach dem Durchgang eines Kunden desinfiziert werden.
Um die Risiken zu begrenzen, ist es außerdem ratsam, so wenig wie möglich zu berühren, wobei zu berücksichtigen ist, dass das Virus durch die Schleimhäute (Nase, Mund, Augen) eindringt. Daher ist es notwendig, beim Einkaufen nicht das Gesicht zu berühren.

Im Gegensatz zu dem, was man glauben könnte, sind Handschuhe nicht unbedingt eine gute Idee, denn Handschuhe können auch Träger des Virus sein. Die zinzige ge wirksame Barriere ist das Händewaschen.

Und schließlich sollten Sie unbedingt soziale Distanzierungsmaßnahmen beachten. Es wird empfohlen, dass Sie mindestens 1,50 m von jeder anderen Person entfernt bleiben.

Da das Virus mehrere Stunden auf Karton- oder Plastikverpackungen überleben kann, sollten Sie als erstes zu Hause alle Verpackungen entfernen und sich zwischen den einzelnen Gesten die Hände waschen!

Wie können Sie im Falle von Symptomen Ihren Gesundheitszustand überwachen?

Im Fall von COVID-19 erfolgt die Genesung in der Regel innerhalb weniger Tage mit Ruhe und, falls erforderlich, mit einer Behandlung gegen Fieber. Es ist jedoch wichtig, Ihren Gesundheitszustand zu überwachen.
Es wird empfohlen, zweimal täglich die Temperatur zu messen. Wenn Sie Fieber haben, dann nehmen Sie Paracetamol, um es zu senken (aber nicht mehr als 3 mal täglich 1 Gramm, insgesamt 3 Gramm).
Sie sollten keine entzündungshemmenden Medikamente (wie z.B. Ibuprofen) ohne den Rat Ihres Arztes einnehmen. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie täglich eine Behandlung einnehmen müssen, brechen Sie diese nicht ab und wenden Sie sich an Ihren Arzt

Rufen Sie auch Ihre Angehörigen so weit wie möglich an, um sie zu beruhigen, und rufen Sie Ihren Arzt an, wenn Sie Zweifel an der Entwicklung der Krankheit haben. Sobald Sie Atembeschwerden haben, rufen Sie sofort die Telefonnummer 116 117 an.

Wenn Sie allein leben, bitten Sie Ihre Familie und Freunde, Ihre Medikamente, Lebensmittel oder Mahlzeiten zu liefern. Stellen Sie sicher, dass sie sie vor Ihrer Wohnungstür zurücklassen, um den Kontakt zu begrenzen.

Wie können Sie Ihre Mitmenschen vor VIDOC-19 schützen?

Die beste Art und Weise, Ihre Angehörigen und andere Personen vor dem Virus zu schützen, ist, den Kontakt zu vermeiden (nicht zu berühren oder zu küssen) und selbst innerhalb der Wohnung einen Abstand von einem Meter einzuhalten.
Wenn möglich, stellen Sie sicher, dass Sie sich in einem separaten Raum mit geschlossener Tür aufhalten. Teilen Sie Ihr Bett nicht mit anderen Mitgliedern Ihres Haushalts und nehmen Sie Ihre Mahlzeiten getrennt von ihnen ein.
Wie auch außerhalb des Hauses wird empfohlen, die Hände sehr oft mit Seife oder hydroalkoholischem Gel zu waschen und Einwegtaschentücher zu verwenden, die dann in einen geschlossenen Mülleimer geworfen werden.

Reinigen Sie schließlich das Bad und die Toiletten nach jedem Besuch mit Desinfektionsmitteln.

Was halten Sie von all diesen Maßnahmen? Sind Sie in der Lage, sie in Ihrem täglichen Leben anzuwenden?

avatar Candice Salomé

Autor: Candice Salomé, Community Manager Frankreich

Candice Salomé ist Community Manager Frankreich bei Carenity. Sie ist auch an der Abfassung von Artikeln für das Gesundheitsmagazin beteiligt. Sie ist für die Mitgliederbeteiligung der... >> Mehr erfahren

Kommentare

stilsinn
am 27.03.20
Es wird hier oft das Wort Desinfektion..desinfizieren verwendet...es gibt aber keines mehr in den meisten Haushalten, genauso sind EInmaltücher, Küchenrolle Mangelware! Mittlerweile MUSS man einen Einkaufswagen hier mitnehmen von den Geschäften, sonst darf man nicht in den Laden mehr! Der Mindestabstand ist eine gute Idee..in engen Gängen schwer umsetzbar..da rücken einem die Leute wirklich auf die Pelle...ganz schlimm war es auch in der Sparkasse bei den Automaten....ich gehe nurnoch abends später in Läden und Bank, da ist es leer.Toilettenpapier habe ich aufgeben es in mehreren Geschäften zu versuchen.:-//....hoffnungslos nach wie vor und keine Risiken wert. Jeder Einkauf ist leider ein Risiko sich anzustecken und Stress wenn die Menschen rücksichtslos sind.Es könnte einen nur ein leichter Verlauf treffen, aber eben auch ein schwerer und sogar das Leben kosten. Meine Nachbarin über mir hat Dauerbesuch von Freundin und Kindern, soviel zum Kontakte meiden. SIe kann nicht so gut alleine sein... Man gibt sich soviel Mühe es wegzuhalten von sich, leider gibt es genug denen es irgendwie egal immernoch ist.
Zwurbel
am 05.04.20

ich lese hier gerade,dass man seine eigenen taschen zum einkauf benutzen soll. das ist hier in unserem lidl makt z.b. garnicht erlaubt. und ich werde es nie begreifen,dass die leute es nicht schaffen,den mindestabstnd zu halten. im bus setzte sich jemand genau hinter mich.(der bus war fast leer)  und auf einmal nieste er mir in den nacken ! ich war so perplex. bin nur schnell weggegangen. auch sehe ich hier immer wieder jugendliche .die im 5-6er pulk arm in arm durch die gegen schlendern. durch mehrere infos hab ich erfahren..dass der türkische friseur in der nachbarschaft ( sein salon ist ofiziell geschlossen) am abend die fenster verdunkelt und dann den leuten die haare schneidet.  GEHTS NOCH ?  

biggi1964
am 26.04.20

vielen Dank für die wichtigen Informationen.

Ja ich halte mich an diese Dinge, habe ja auch jeden Tag mit kranken Menschen zu tun als Krankenschwester und kenne die Hygienemaßnahmen.

Ich denke das es vielen Menschen schwer fallen wird alles gut um zu setzen.

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