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Schwanger trotz Krebs mit eingefrorenem Eierstockgewebe

Veröffentlicht am 09.10.2015 • Von Giovanni Mària

Schwanger trotz Krebs mit eingefrorenem Eierstockgewebe

Schwanger trotz Krebs: Eingefrorenes Eierstockgewebe erfüllt Kinderwunsch

 

 

Immer mehr junge Frauen überleben ihre Krebserkrankung. Die Entnahme von Eierstockgewebe vor der Therapie und die spätere Implantation steigern die Chancen, später eigene Kinder zu bekommen. Das zeigt eine kleine Studie.

Ein eigenes Kind - dieser Wunsch kann für einige junge Frauen trotz Krebsbehandlung in Erfüllung gehen. Eine mögliche Methode ist, den Betroffenen vor der Therapie Eierstockgewebe zu entnehmen, dieses einzufrieren und dann wieder einzupflanzen. In einer Studie bekam dank der Technik jede dritte Frau mindestens ein Kind, berichten Forscher der Universitätsklinik Kopenhagen im Fachblatt "Human Reproduction".

 

Bislang frieren Mediziner in der Regel Eizellen ein, um einen Kinderwunsch nach einer für die Eierstöcke schädlichen Chemotherapie oder Strahlenbehandlung zu erfüllen. Dafür ist allerdings eine zehn- bis zwölftägige Vorbehandlung notwendig. Erst seit wenigen Jahren nutzen Ärzte auch die Möglichkeit, Frauen vor denKrebstherapien einen Eierstock oder Teile davon zu entnehmen und das Gewebe später wieder in den Körper einzupflanzen. Zu den Erfolgsaussichten und der Sicherheit der Methode gab es bis jetzt noch wenig Erkenntnisse.

 

Keine höhere Rückfallquote

Für ihre Studie werteten die Wissenschaftler um Annette Jensen die Daten von 41 dänischen Frauen aus, die eine solche Eierstocktransplantation erhalten hatten. Von den Betroffenen wollten 32 schwanger werden, bei zehn von ihnen gelang dies mindestens einmal. Zusammengenommen brachten die Frauen 14 Kinder zur Welt, acht davon auf natürlichem Wege und sechs nach einer künstlichen Befruchtung.

Bei einigen Frauen war das transplantierte Gewebe bis zu zehn Jahre lang aktiv, bei anderen verlor es bereits nach einigen Monaten seine Funktion. Warum es zu so großen Unterschieden kommt, ist bisher noch unerkannt.

Neben der Erfolgsquote konnten die Forscher auch Entwarnung geben: Die ursprüngliche Krebserkrankung kehrte zwar bei 3 der 41 behandelten Frauen nach der Transplantation zurück. Allerdings deute nichts darauf hin, dass es zwischen der Behandlung und dem Rückfall einen Zusammenhang gebe, schreiben die Forscher. Experten hatten befürchtet, dass das transplantierte Gewebe Krebszellen enthalten und einen Rückfall fördern könnte.

Immer mehr junge Frauen geheilt

Inzwischen würden viele junge Frauen geheilt, sagte Christian Thaler vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (DGRM). Die Fruchtbarkeit zu erhalten sei deshalb bei Krebstherapien von großer Bedeutung. Die klassische Methode, das Einfrieren unbefruchteter Eizellen, sollte aktuell jedoch die erste Wahl sein.

Das Verfahren sei schon lange etabliert und entsprechend sicher, so Thaler, der das Hormon- und Kinderwunschzentrum am Klinikum der Ludwig Maximilians Universität München leitet. "Die Transplantation von Eierstockgewebe ist hingegen immer noch experimentell, und bisher sind erst einige wenige Kinder daraus hervorgegangen. Ich habe die Sorge, dass dieses Verfahren angesichts erfolgreicher Einzelfälle überbewertet wird."

Bis die Effizienz der Eierstockimplantation abschließend bewertet werden könne, seien noch mehr Daten erforderlich, schreiben auch die Forscher selbst. Daneben ist es wichtig, die Therapie individuell abzustimmen, unter anderem auf das Alter der Frau und ihre Krebserkrankung. Bei Leukämie etwa sei das Rückfallrisiko nach einer Eierstocktransplantantion noch nicht geklärt, schreiben die Forscher.

aus: spiegel.de

 

 

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Autor: Giovanni Mària, International Traffic Manager

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