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Entdecken Sie, wie Yoga das Leben von Patienten mit chronischen Krankheiten verbessern kann

Veröffentlicht am 05.08.2020 • Von Candice Salomé

Weit davon entfernt, eine rein spirituelle Disziplin zu sein, bringt Yoga sowohl physiologisch als auch psychologisch viele Vorteile. Aber ist es ein geeigneter Sport für Patienten mit chronischen Krankheiten? Was sind die konkreten Vorteile von Yoga? Ist es eine Disziplin, die für alle geeignet ist?

Entdecken Sie, wie Yoga das Leben von Patienten mit chronischen Krankheiten verbessern kann

Die zahlreichen Vorteile von Yoga

Yoga ist eine uralte Geist-Körper-Praxis, die direkt aus Indien stammt. Sie ist in der westlichen Welt mehr und mehr präsent. Yoga wird oft als eine Methode zur besseren Bewältigung von Stress und Ängsten dargestellt, aber es hat noch viele andere gesundheitliche Vorteile.

Yoga, von denen es viele verschiedene Richtungen gibt, besteht aus Meditation und Atemübungen in Kombination mit verschiedenen Körperübungen. Das Ziel der Yogapraxis ist die Steigerung des körperlichen, geistigen, emotionalen und spirituellen Wohlbefindens.

 

Die Vorteile von Yoga


Aufgrund der vielen Vorteile wird es auch bei zahlreichen chronischen Krankheiten empfohlen:

Bei kardiovaskulären Erkrankungen:

Der Nutzen von Bewegung für die Gesundheit im Allgemeinen und die kardiovaskuläre Gesundheit im Besonderen ist allgemein bekannt. Aber nicht jeder hat die körperliche Fähigkeit, sich dauerhaft zu bewegen, wie Joggen, Radfahren oder Tennis.
Yoga ist eine sanfte, wenig intensive Sportart, die keine Kurzatmigkeit verursacht und sich auf Atmung, Konzentration und Körperflexibilität konzentriert. 

Bei Diabetes:

Laut einer Reuters-Studie (auf Englisch) ist Yoga für Diabetiker vorteilhaft, weil die Bewegungen und Haltungen der Bauchspeicheldrüse erlauben, mehr Insulin zu produzieren. Dadurch kann der Blutzuckerspiegel gesenkt werden. Sie sollten jedoch nicht auf das tägliche Gehen verzichten.

Bei Asthma:

Hatha-Yoga* eignet sich perfekt für Patienten mit Asthma. Es hilft, den Atemrhythmus zu verringern und gleichzeitig die Atemamplitude zu erhöhen. Asthmakranke können mit gezielten Übungen ihre Atemkapazität erhöhen.

*Diese Art von Yoga erlaubt dem Übenden durch die präzise und rhythmische Praxis der Haltungen, den Körper und die Sinne zu kontrollieren.

Bei Fibromyalgie:

Eine kanadische Studie, die im Journal of Pain Research veröffentlicht wurde, zeigte die positiven Auswirkungen von Yoga auf Fibromyalgie. Diese Studie zeigte, dass Yoga den Cortisolspiegel bei Patienten beeinflussen kann (die Sekretion des Hormons ist bei Frauen mit Fibromyalgie dereguliert), der, wenn er niedriger als normal ist, zu Schmerzen, Müdigkeit und Stress beiträgt.
Beispielsweise zeigte der Speichel der Teilnehmer nach einer 75-minütigen Hatha-Yoga-Sitzung bessere Kortisolwerte. Die Patienten berichteten auch über einen signifikanten Rückgang der Schmerzen sowie des psychologischen Wohlbefindens im Zusammenhang mit der körperlichen Betätigung.

Bei Krebs und chronischen Schmerzen:

Yoga wird jetzt in einigen französischen Krankenhäusern für Patienten mit Krebs und/oder chronischen Schmerzen angeboten.
Yoga kann eine gute Alternative zu medikamentösen Behandlungen sein, um Schmerzen zu lindern. Sie ermöglicht es den Patienten auch, nach einer Krebserkrankung ihren Körper, der durch die Behandlungen auf eine harte Probe gestellt wurde, zurückzugewinnen und sich wieder mit ihm zu verbinden.

Bei Schlafstörungen: 

Nidra-Yoga* hat eine äußerst entspannende Wirkung. Es hilft, körperliche und geistige Belästigungen loszuwerden. Wir lernen, alle unsere Muskeln zu entspannen, um leichter in eine Schlafphase eintreten zu können.

*Nidra-Yoga wird oft als "Schlaf-Yoga" bezeichnet. Am häufigsten wird es in "Savasana" am Boden liegend praktiziert. Der Lehrer führt den Schüler zu Meditations- und Entspannungsübungen, die geistig durchgeführt werden.

Bei Depressionen, Ängsten und Stress:

"Yoga kann ein eigenständiges Heilmittel bei Depressionen sein, insbesondere bei leichten Depressionen, wenn es vor allem darum geht, einen Weg zu finden, die eigenen Batterien wieder aufzuladen", sagt Dr. Vincent Liaudat, Psychiater und Psychotherapeut in Lausanne. Er weist darauf hin, dass bei schwereren Depressionen Psychotherapie und medikamentöse Behandlung oft unvermeidlich sind, aber Yoga als Ergänzung helfen kann.

Daher bringt Yoga viele körperliche Vorteile. Es fördert die Entspannung und Stärkung der Muskeln. Es hilft auch, Stress abzubauen und Ängste abzubauen. Es erlaubt Ihnen auch, sich die Zeit zu nehmen, auf Ihren Körper zu hören, und ermöglicht Ihnen eine höhere Konzentration.

Yoga ist daher voller Vorteile auf physischer und psychischer Ebene

Was ist die Yogatherapie?

Unter Yogatherapie versteht man die spezifische Anwendung von Yogawerkzeugen im Gesundheitsbereich, sowohl zur Prävention als auch zur Behandlung von Patienten, die an Störungen leiden. Die Übungen sind immer so einfach wie möglich. Es geht nicht darum, extreme Übungen zu machen. Sie sind für den Patienten jederzeit zugänglich. Um sich so gut wie möglich anzupassen, verfügt die Yogatherapie über etwa fünfzig Grundübungen, die der Yogatherapeut vollständig zu beherrschen lernt. Die Anpassung basiert auf den Gefühlen des Patienten in einem ständigen Austausch mit dem Yogatherapeuten.

Wann fangen wir also an?

Yoga kann leicht vom Wohnzimmer aus praktiziert werden. In der Tat erfordert es wenig Ausrüstung, nämlich: eine angepasste Kleidung, die Bewegungen erlaubt, und eine Bodenmatte.

Es gibt mehrere Apps, die die Ausübung dieses Sports zu Hause ermöglichen. Lassen Sie sich also von den verschiedenen vorgeschlagenen Sitzungen leiten und verbinden Sie die Haltungen in Ihrem eigenen Tempo, ohne dabei zu vergessen, Atemübungen zu assoziieren. Es gibt etwas für alle Niveaus, von sanften Übungen bis hin zu ausgedehnteren Bewegungen.

Hier sind zum Beispiel 3 kostenlose Apps:

  • Daily Yoga > Die kostenlose Anwendung Daily Yoga ist mit ihren über 500 Asanas und 200 angeleiteten Yoga-, Pilates und Meditations-Kursen für Beginner und erfahrene Yogis gedacht. Vorteile: modernes Design, gute Anleitungen; Nachteile: Anmeldung notwendig, kostenpflichtige Premium-Optionen
  • Yoga Vidya > Auf der kostenlosen Anwendungen Yoga Vidya ist für jeden etwas dabei. Vorteile: Große Auswahl, Filtermöglichkeiten, Download-Funktion; Nachteil: recht unübersichtlich
  • Keep Yoga > Keep Yoga ist mit einer großen Anzahl von Kursen mit über 400 Yoga-Posen und über 40 Yoga-Sitzungen für alle Niveaus geeignet. Vorteile: Große Auswahl, genaue Beschreibung, Kalorienmünzen; Nachteile: Anmeldung notwendig, teils auf Englisch.

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avatar Candice Salomé

Autor: Candice Salomé, Community Manager Frankreich

Candice Salomé ist Community Manager Frankreich bei Carenity. Sie ist auch an der Abfassung von Artikeln für das Gesundheitsmagazin beteiligt. Sie ist für die Mitgliederbeteiligung der... >> Mehr erfahren

6 Kommentare

Karin66
am 06.08.20

Vielen Dank für diesen wirklich sehr interessanten Artikel! Ich habe schon oft gehört und gelesen, dass Yoga gut für die Gesundheit sein soll - dass es aber solch ein breites Spektrum umfasst und auch bei verschiedensten Krankheiten und gesundheitlichen Problemen angewendet werden kann, ist selbst mir neu. 

Ich würde es am liebsten persönlich in einem Präsenz-Kurs lernen, von Apps fürs Handy halte ich nicht so besonders viel. Ein persönlicher Lehrer kann einen gleich korrigieren, wenn man eine Übung nicht ganz richtig macht - eine App kann das nicht unbedingt. Aber in diesen schwierigen Corona-Zeiten wird es sicher auch schwierig sein, überhaupt einen passenden (Präsenz)-Kurs zu finden - und mit Mund-Nase-Schutz macht das sicher auch nicht so viel Spaß... Man kann nur hoffen, dass sich das bald wieder ändern wird!

Liebe Grüße

Karin

biggi1964
am 06.08.20

Früher habe ich sehr viel Yoga gemacht, was mir auf meiner körperlichen Einschränkungen (Rollstuhl) nicht mehr möglich ist.Ich bin mir jedoch sicher das die Beweglichkeit die man ja bei den Übungen ausübt noch heute hilft bei meiner jetztigen Situation

Karin66
am 07.08.20

@biggi1964‍ 

Hallo Biggi,

finde ich sehr gut, dass Du früher schon Yoga gemacht hast - sollte ich vielleicht auch besser mal anfangen. Und je nachdem, wie stark Du eingeschränkt sein solltest: ich habe auch schon mal von sogenanntem "Sitz-Yoga" gehört. Vielleicht könntest Du das ja auch noch ausüben, um weiterhin beweglich zu bleiben. Ich weiß allerdings leider nicht, wie die genaue Bezeichnung dieser besonderen Yoga-Art lautet.

Bleib gesund!

Liebe Grüße

Karin

biggi1964
am 07.08.20

@Karin66 

Danke ich werde mal schauen ob es Infos zum Sitzyoga gibt.

Schönes Wochenende für dich

Karin66
am 08.08.20

@biggi1964‍ 

Hallo Biggi,

ja, mach das mal, das ist eine gute Idee, da wirst Du bestimmt auch fündig werden. Ich weiß zumindest, dass die Enkelin einer Freundin meiner Mutter so was sogar mal im tiefen Sauerland angeboten hat - zumindest eine zeitlang. Ist allerdings auch schon wieder einige Zeit her. Vielleicht findest Du angesichts der Corona-Problematik ja auch was dazu online, ohne dass Du gleich eine App dafür installieren musst. Viel Erfolg!

Dir auch ein schönes Wochenende.

Viele Grüße

Karin

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