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Senioren in den USA reißen sich um medizinisches Cannabis

Veröffentlicht am 03.07.2018 • Von Giovanni Mària

Senioren in den USA reißen sich um medizinisches Cannabis

Los Angeles, 29 juin 2018 (AFP) - Seit Marihuana in den USA zu medizinischen Zwecken zugelassen ist, wird es immer beliebter bei älteren Menschen zur Behandlung von Schmerzen und Schlafstörungen. Informationsveranstaltungen und Präsentationen im Tupperparty-Format stehen in Seniorenresidenzen Hoch im Kurs.

"Sie kommen zahlreich, neugierig, und suchen nach etwas, um ihren Schmerzen und Schlafprobleme zu lindern" sagt Marta Macbeth, Beraterin bei Octavia Wellness, ein Start-up aus San Francisco, dass sich besonders auf ältere Menschen in Kalifornien spezialisiert hat. Kalifornien ist einer der weltweit größten Märkte für die sanfte Droge. Macbeth selbst, 63, verwendet Cannabis zur Linderung von Ischiasschmerzen und gegen Schlafstörungen.

Laut einiger Studien sind Senioren das demografische Segment, dessen Cannabiskonsum am schnellsten wächst. Wenn der Trend anhält, könnte deren Konsum den von jungen Leuten bald übersteigen.

Besser als Opiate

Einer der Vorteile des kleinen Blattes in Form eines Sterns: im Vergleich zu traditionellen Analgetika sind die Nebenwirkungen besonders niedrig, vor allem im Vergleich zu Opiaten, die in den Vereinigten Staaten viel Schaden anrichten.

Laut Beverly Potter, Autorin des Buchs "Cannabis für Senioren" dürfe man natürlich nicht glauben, dass Marihuana zur Behandlung sämtlicher Krankheiten geeignet ist, zumal es noch nicht ausreichend Studien gibt und medizinisches Cannabis nicht überall zugelassen ist. Sie ist jedoch der Auffassung, dass Cannabis in vielen Fällen eine Alternative zu Analgetika oder traditionellen Schlaftabletten darstellen kann, die Geschwüre und Abhängigkeiten verursachen können.

Ihr Rat für diejenigen, die es probieren möchten: “Fangen Sie langsam mit geringen Mengen an. Das Ziel ist nicht “High” zu sein, sondern seinen Körper kennenzulernen”.

Die Effekte variieren je nach Art des Konsums, sagt Potter. Es wird in Form von essbaren Produkte wie Süßigkeiten oder Kekse, Salben, Öle und Cremes angeboten.

Barbara Blaser, 72, ist seit 50 Jahren Krankenschwester und leitet jetzt Magnolia Wellness, eine Marihuana-Apotheke in Nord-Kalifornien. Ihre Kunden suchen nicht die ewige Jugend, sondern nur eine bessere Lebensqualität, erklärt sie. "Wenn Cannabis richtig verwendet wird, kann es Ihr Leben verändern".

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In Deutschland ist medizinisches Cannabis seit Januar 2017 legal und auf Rezept erhältlich. Es wird vor allem auf folgenden Gebieten eingesetzt: Schmerztherapie, ASHS, Spastik, Depression, Inappetenz, Tourette-Syndrom, Darmerkrankungen, Epilepsie.

AFP

avatar Giovanni Mària

Autor: Giovanni Mària, International Traffic Manager

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16 Kommentare


Wollmaus
am 04.07.18

Ich bin der Meinung man sollte es hier zu Lande legalisieren, da nur die Menschen mit aller schwersten Schmerzen überhaupt in den Gebrauch kommen. Ich leide seit Jahren an Schmerzen die nicht besser werden und auf die meisten Schmerzmittel bestehen Unvertraglichkeiten... Es könnte ja so einfach sein! 

Ich will mich nicht berauschen, einfach nur ohne Schmerzen leben! 


Eva_Be • Community Managerin
am 04.07.18

Hallo @Wollmaus‍ ,

danke für die Antwort. Hast Du mit deinem Arzt darüber gesprochen? Anscheinend ist in Deutschland medizinisches Cannabis ja auf Rezept zu bekommen... 

Hat vielleicht schon jemand Erfahrung damit?


Freddy
am 09.07.18

Ich würde mich auch dafür interessieren. Meine Schmerzmittel sind schwer einzustufen, muß öfter eine Zusatzmedikation anwenden. Nehme morgens und abends je 1 Tablette. Nach " Adam Riese " müßte die Wirkzeit einer Tablette 12 Stunden betragen. Der Übergang von nachlassender Wirkung der ersten Tablette bis zum einsetzen der Wirksamkeit der zweiten Tablette ist ungenau und nicht abgesichert. Verspüre dann die ersten Anzeichen einer Abhängigkeit .


Hoffnungsvolle
am 14.07.18

Moin

Ich habe noch nie Cannabis genommen obwohl ich aus den Niederlande komme. Ich habe gehört das Cannabis helfen kann eine Chemotherapie besser zu durchstehen ! Lieben Gruß Hoffnungsvolle


Freddy
am 15.07.18

Da offiziell nichts verlautet, spriessen die Spekulationen wie Unkraut nach dem Regen. Der eigentlich betroffene Patient wird weiter im Unklaren gelassen, anstatt mit einer Gesetzesnovelle für klare Verhältnisse zu sorgen. Ich würde es testen wollen, um danach eine endgültige Entscheidung zu treffen. Im Moment sind die Schmerzen wieder stärker und ich halte es gerade noch so aus.

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