Atemwegsallergien: Welche Rolle spielen Ernährung und Lebensweise?
Veröffentlicht am 17.08.2026 • Von Léonie Guerut
Atemwegsallergien, wie allergische Rhinitis oder allergisches Asthma, betreffen viele Menschen und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Wiederholtes Niesen, eine verstopfte Nase, Juckreiz, Husten oder Atembeschwerden können den Schlaf, die täglichen Aktivitäten und das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen.
Zwar sind medizinische Behandlungen nach wie vor unerlässlich, um die Symptome in den Griff zu bekommen, doch können auch bestimmte Lebensgewohnheiten dazu beitragen, besser mit diesen Allergien umzugehen.
Können Ernährung, Umwelt und bestimmte Alltagsroutinen die Allergiesymptome beeinflussen? Welche Veränderungen können im Alltag hilfreich sein?
Worum handelt es sich bei Atemwegsallergien?
Atemwegsallergien treten auf, wenn das Immunsystem übermäßig auf normalerweise harmlose Substanzen in der Umwelt reagiert, die als Allergene bezeichnet werden.
Die häufigsten Allergene sind:
- Pollen
- Hausstaubmilben
- Schimmelpilze
- Tierhaare oder Hautschuppen
Wenn eine allergische Person mit diesen Substanzen in Kontakt kommt, löst ihr Körper eine Entzündungsreaktion aus, die verschiedene Atemwegsbeschwerden hervorrufen kann.
Was sind die Symptome von Atemwegsallergien?
Die Symptome variieren von Person zu Person, können jedoch Folgendes umfassen:
- häufiges Niesen
- eine laufende oder verstopfte Nase
- Juckreiz in der Nase, den Augen oder im Rachen
- anhaltender Husten
- ein Engegefühl oder Atembeschwerden bei allergischem Asthma
Diese Symptome können saisonal auftreten, insbesondere in Zeiten hoher Pollenbelastung, oder je nach Allergen das ganze Jahr über bestehen.
Kann die Ernährung Atemwegsallergien beeinflussen?
Eine Atemwegsallergie lässt sich zwar nicht durch die Ernährung heilen, doch bestimmte Entscheidungen, wenn es um Lebensmittel geht, können zu einer besseren Funktion des Immunsystems beitragen und dem Körper helfen, Entzündungen besser zu bewältigen.
Eine ausgewogene Ernährung
Eine abwechslungsreiche Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und hochwertigen Proteinquellen ist, liefert Nährstoffe, die für die Erhaltung der allgemeinen Gesundheit unerlässlich sind.
Lebensmittel mit viel Antioxidantien, wie bestimmte farbenfrohe Obst- und Gemüsesorten, tragen zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei, einem Phänomen, das an Entzündungsreaktionen beteiligt ist.
Omega-3-Fettsäuren und entzündungshemmende Lebensmittel
Bestimmte Lebensmittel, die Omega-3-Fettsäuren enthalten, wie fetter Fisch (Lachs, Sardinen, Makrele), Nüsse oder bestimmte Pflanzenöle, werden mit positiven Auswirkungen auf das Entzündungsgleichgewicht des Körpers in Verbindung gebracht.
Sie ersetzen jedoch keine verschreibungspflichtigen Behandlungen, und ihre Wirkung auf Allergien kann von Person zu Person variieren.
Sollte man bestimmte Lebensmittel meiden?
Sofern keine diagnostizierte Nahrungsmittelallergie vorliegt, wird es im Allgemeinen nicht empfohlen, Lebensmittel allein zur Vorbeugung von Atemwegsallergien aus der Ernährung zu streichen.
Zu restriktive Ernährungsweisen können zu Mangelerscheinungen führen und sind nicht immer vorteilhaft.
Sollten bestimmte Lebensmittel die Symptome zu verschlimmern scheinen, ist es ratsam, dies mit einem Arzt oder Allergologen zu besprechen, bevor man seine Ernährung dauerhaft umstellt.
Welche Änderungen der Lebensweise können helfen?
Die Exposition gegenüber Allergenen begrenzen
Der erste Schritt zum besseren Umgang mit einer Atemwegsallergie besteht oft darin, den Kontakt mit den auslösenden Substanzen so weit wie möglich zu reduzieren.
Einige Maßnahmen können dabei helfen:
- die Wohnung regelmäßig lüften
- das Rauchen vermeiden und den Kontakt mit Zigarettenrauch vermeiden
- regelmäßige Reinigung von Oberflächen, auf denen sich Staub ansammelt
- bei einer Hausstaubmilbenallergie das Bettwäsche bei geeigneter Temperatur waschen
- die Pollenbelastung in Risikoperioden begrenzen
Die Luftqualität im Auge behalten
Luftverschmutzung und bestimmte Reizstoffe können bei manchen Menschen die Atemwegsbeschwerden verschlimmern.
Es kann hilfreich sein:
- die Schadstoff- oder Pollenwerte in der eigenen Region zu verfolgen
- Aktivitäten im Freien bei Schadstoff- oder Pollenhöchstwerten zu vermeiden
- für ein gesundes Raumklima zu sorgen
Auf den Schlaf achten
Atemwegsallergien können den Schlaf aufgrund einer verstopften Nase, Husten oder nächtlichem Aufwachen beeinträchtigen.
Ein guter Schlaf ist jedoch unerlässlich, damit sich der Körper erholen und besser mit äußeren Belastungen umgehen kann.
Einfache Gewohnheiten können dabei helfen:
- regelmäßige Schlafzeiten einhalten
- für ein sauberes und geeignetes Schlafzimmer sorgen
- die nächtlichen Symptome mit Hilfe eines medizinischen Fachpersonals wirksam behandeln
Angemessene körperliche Aktivität beibehalten
Körperliche Aktivität kann sich positiv auf die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken.
Bei Menschen mit allergischem Asthma kann eine angemessene und gut begleitete körperliche Aktivität zudem dazu beitragen, die Atemkapazität zu verbessern.
Es ist jedoch wichtig, die Belastung an die eigenen Symptome anzupassen und die Empfehlungen des Arztes zu befolgen.
Behandlungen sind nach wie vor unerlässlich
Selbst bei einer gesunden Lebensweise erfordern Atemwegsallergien manchmal eine medizinische Behandlung.
Je nach Situation kann ein Arzt Folgendes vorschlagen:
- Antihistaminika
- lokale Behandlungen für Nase oder Augen
- Grundtherapien bei allergischem Asthma
- in bestimmten Fällen eine Allergen-Immuntherapie
Die Lebensgewohnheiten ergänzen die Behandlung, ersetzen jedoch nicht die verordneten Medikamente.
Das sollten Sie sich merken
Atemwegsallergien können durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, die mit der Umwelt und dem Lebensstil zusammenhängen. Eine ausgewogene Ernährung, eine gesunde Lebensweise, die Vermeidung von Allergenexposition und angemessene körperliche Aktivität können dazu beitragen, den Alltag zu verbessern. Diese Maßnahmen ersetzen jedoch keine ärztliche Betreuung: Ein Arzt oder Allergologe kann dabei helfen, die Auslöser zu identifizieren und eine geeignete Behandlung vorzuschlagen.
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