Metformin hilft bei Typ-2-Diabetes

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Patienten Diabetes Typ 1

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Guter Ratgeber

Metformin hilft bei Typ-2-Diabetes

Metformin wird zur Behandlung von Typ 2-Diabetes eingesetzt. Dank jahrelangen Erfahrungswerten ist Metformin ein zuverlässiger Wirkstoff zur Senkung des erhöhten Blutzuckerspiegels bei Diabetes mellitus. Mittlerweile wird dieser Wirkstoff auch bei gewissen Formen der Zyklusstörung empfohlen. Doch es müssen einige Gegenanzeigen und Nebenwirkungen beachtet werden, damit Metformin gefahrlos eingenommen werden kann. Für Patienten mit Typ 1-Diabetes ist Metformin gänzlich ungeeignet.

Wirkung von Metformin

Metformin senkt den Blutzuckerspiegel und verbessert die Zuckerverwertung des Körpers. Außerdem fährt dieser Wirkstoff die körpereigene Zuckerproduktion herunter und behindert die Zuckeraufnahme aus dem Darm ins Blut. Er ist für Patienten mit Typ 2-Diabetes geeignet, wenn andere Therapieansätze ausgeschöpft sind. Vor allem übergewichtige Patienten, bei denen diätetische Maßnahmen und Sport keine Wirkung zeigen, können von der Wirkung dieses Wirkstoffes profitieren.

Metformin, welches der Gruppe der Biguanide angehört, ist eines der sich am längsten auf dem Markt befindlichen Antidiabetika und äußerst zuverlässig. Es wird oft zunächst alleine eingesetzt und nur bei ausbleibendem Erfolg mit anderen Medikamenten kombiniert. Außerdem werden Metformin herz- und gefäßschützende Eigenschaften nachgesagt.

Ein großer Vorteil gegenüber anderen blutzuckersenkenden Medikamenten ist das geringe Risiko einer Unterzuckerung.

Metformin bei Schwangerschaft und PCOS

Ein weiteres Anwendungsgebiet von Metformin sind Zyklusstörungen im Rahmen des polyzystischen Ovarial-Syndroms (PCOS), welches häufig mit Diabetes mellitus vergesellschaftet ist. Metformin kann sowohl gegen die Zyklusstörungen als auch den hohen Blutzuckerspiegel eingesetzt werden, ist jedoch für diesen Gebrauch in Deutschland noch nicht zugelassen und muss somit selbst getragen werden.

Wer einen Kinderwunsch hegt, bereits schwanger ist oder stillt, darf kein Metformin einnehmen. Diese Patientinnen müssen auf Insulin umsteigen beziehungsweise abstillen, da Metformin schädliche Auswirkungen auf den Fetus oder das Neugeborene haben kann.

Dosierung von Metformin

Metformin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff. Welche Dosierung geeignet ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt. Metformin ist in Form von Filmtabletten erhältlich und somit oral einzunehmen, am besten vor oder zu den Mahlzeiten. Es wird in Dosierungsschritten von 500, 850 und 1000 Milligramm angeboten. Nähere Informationen finden Sie auf dem Beipackzettel.

Nebenwirkungen von Metformin

Die häufigsten Nebenwirkungen von Metformin äußern sich in Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen gehören zu den Nebenwirkungen, die sehr häufig auftreten. Ebenfalls erwähnenswert sind Geschmacksveränderungen, die zusammen mit den erstgenannten Nebenwirkungen Appetitverlust verursachen können.

Sehr selten, aber hochgefährlich, ist die Laktatazidose. Durch Überdosierung von Metformin oder bei einer Überlastung der Niere, kommt es zu einer Anreicherung des Wirkstoffes im Körper, was zu einer Entgleisung des Säure-Basen-Haushalts führt. Die Symptome einer Laktatazidose sind den normalen Nebenwirkungen von Metformin ganz ähnlich: Übelkeit mit Erbrechen. Dazu gesellen sich oft noch weitere Magen-Darm-Beschwerden, Muskelschmerzen, Krämpfe sowie eine beschleunigte Atmung. In diesem Fall sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Gegenanzeigen von Metformin

Einige chronische Erkrankungen verbieten die Einnahme von Metformin, da sie entweder die dessen Verstoffwechselung beeinträchtigen oder das Risiko einer Laktatazidose erhöhen.

Dies ist der Fall bei einer Herzschwäche, jeglichen Erkrankungen, die die Lungenfunktion beeinträchtigen (COPD, Asthma), Leberfunktionsstörungen und bei einer beeinträchtigten Nierenfunktion. Umstände, die die Niere belasten, sollten auch immer Anlass sein, die Einnahme von Metformin zu überdenken. Solche Umstände können zum Beispiel starkes Erbrechen, Durchfall oder schwere Infektionen sein.

Während Schwangerschaft und Stillzeit muss Metformin ebenfalls abgesetzt und auf ein anderes Präparat umgestiegen werden. Es bieten sich zum Beispiel Insulinspritzen an.

In Kombination mit Alkohol birgt Metformin ein enorm hohes Risiko für eine Laktatazidose. Der Alkoholkonsum sollte deshalb unterlassen oder minimiert werden.

Eine weitere Besonderheit von Metformin ist die Handhabung im Fall einer Vollnarkose oder Spinalanästhesie, zum Beispiel im Rahmen einer Operation. Metformin muss zwei Tage vor dem Eingriff abgesetzt und die Nierenfunktion vor dem erneuten Einsetzen überprüft werden. Dasselbe gilt für Röntgenuntersuchungen mit jodhaltigen Kontrastmitteln. Metformin darf vor der Untersuchung und bis zu 48 Stunden danach nicht eingenommen werden. Auch hier ist eine Abklärung der Nierenfunktion nach der Untersuchung erforderlich.


Wechselwirkungen von Metformin

In Kombination mit einigen anderen Medikamenten wird die Wirksamkeit von Metformin herabgesetzt. Als Beispiele sind hier Kortikosteroiden (Kortison), harntreibende Mittel (Diuretika) und manche Medikamente gegen Asthma (Beta-Sympathomimetika) zu nennen. Gesteigert wird der blutzuckersenkende Effekt von Metformin durch Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer.

Alkoholhaltige Medikamente (beispielsweise einige Hustenmittel) sowie jodhaltige Kontrastmittel bergen in Kombination mit Metformin das Risiko einer Laktatazidose und sollten deshalb mit Vorsicht eingenommen werden. Im Fall des Kontrastmittels muss Metformin sogar eine Zeitlang abgesetzt werden.

Metformin: Das ist zu beachten

Metformin ist ein gutes Medikament zur Behandlung des Typ 2-Diabetes und kann unter Beachtung einiger Besonderheiten den Blutzuckerspiegel dauerhaft und zuverlässig senken.

Metformin ist für Patienten mit Typ 2-Diabetes geeignet, bei denen diätetische und sportliche Maßnahmen keinen Effekt gezeigt haben. Sein Vorteil liegt in der geringen Gefahr einer Unterzuckerung. Die Metformin über die Nieren ausgeschieden wird, sollte die Nierenfunktion mindestens einmal im Jahr überprüft werden. Vor Operationen und Röntgenuntersuchungen mit Kontrastmittelgabe muss Metformin abgesetzt werden. Vor erneuter Einnahme muss die Nierenfunktion überprüft werden. Wichtige Gegenanzeigen sind Schwangerschaft, Stillzeit und erhöhter Alkoholkonsum.



aus: gesundheit.de










Beginn der Diskussion - 21.06.16

Metformin hilft bei Typ-2-Diabetes


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Guter Ratgeber

Ich nehme schon jahrelang Metformin (1000mg) und habe fast keine Nebenwirkungen gespürt; eventuell mal ein bisschen harter Stuhlgang. Das war aber auch alles.

Metformin hilft bei Typ-2-Diabetes


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Guter Ratgeber

Danke für deine Rückmeldung, Rentner1 ! Ich nehme noch gar nichts, habe aber Prädiabetes und bin daher sehr am Stöbern, was Infos betrifft. (Daher die vielen Artikel gestern. Stelle demnächst auch ein paar Fragen als Diskussion ein.)

Ist aber beruhigend zu erfahren, dass nicht jeder solche Nebenwirkungen hat!

Gruß

Verena

Metformin hilft bei Typ-2-Diabetes


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Guter Ratgeber

Verena hat hier noch eine Diskussion zum Thema Nebenwirkungen von Metformin eingestellt:

https://member.carenity.dehttps://www.carenity.de/forum/diabetes-typ-2/behandlung-von-typ2diabetes/nebenwirkungen-von-metformin-792

LG

Andrea

Metformin hilft bei Typ-2-Diabetes


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Guter Ratgeber

War heute in der Zuckerstelle, man hat eine leichte Erhöhung des GOT (ASAD) festgestellt.

Mal sehen was wird.

Metformin hilft bei Typ-2-Diabetes


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Guter Ratgeber

Hallo,

hier noch mal zwei Artikel, die mit

Zusatznutzen von Saxagliptin und Saxagliptin-Metforminim Zusammenhang stehen.

Der erste Artikel:

IQWIG

IQWIG 05.10.2016

Zusatznutzen von Saxagliptin und Saxagliptin-Metformin nicht belegt

Wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen mitteilt, sind die eingereichten Studien nach Auswertung nicht geeignet, Vor- oder Nachteile der Therapie mit Saxagliptin bzw. der Kombination Saxagliptiin/ Metformin zu positiven oder negativen Effekten gegenüber Vergleichstherapien zu treffen.

Saxagliptin (Handesname Onglyza) ist für Erwachsene mit Diabetes mellitus vom Typ 2 zugelassen, bei denen Ernährungsumstellung und Bewegung einen erhöhten Blutzuckerspiegel allein nicht ausreichend senken. Die Fixkombination mit Metformin ist unter dem Namen Komboglyze im Handel. Sowohl das Monopräparat als auch die Fixkombination haben bereits 2013 frühe Nutzenbewertungen durchlaufen, die mit befristeten Beschlüssen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) endeten. Die Fristen verlängerte der G-BA 2015 um ein Jahr.

Wie in der Arzneimittel-Nutzenbewertungsverordnung vorgesehen, hat der Hersteller nach Fristende nun neue Dossiers eingereicht. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat daher erneut untersucht, ob der Wirkstoff und die Wirkstoffkombination für die Patientinnen und Patienten Vorteile oder Nachteile gegenüber den zweckmäßigen Vergleichstherapien hat. Das Fazit: Weder für das Monopräparat noch für die Fixkombination ist ein Zusatznutzen belegt.

Vier zweckmäßige Vergleichstherapien

Saxagliptin kann mit Metformin und je nach Indikation mit weiteren Wirkstoffen kombiniert werden, insbesondere mit Insulin und Sulfonylharnstoffen. Der G-BA hat daher für das Monopräparat zwischen vier und für die Fixkombination zwischen zwei Fragestellungen unterschieden und zweckmäßige Vergleichstherapien festgelegt, die aus Sulfonylharnstoffen, Metformin, Humaninsulin und Kombinationen dieser Wirkstoffe bestehen.

Eine Studie für alle Fragestellungen

Für den Nachweis eines Zusatznutzens der freien oder festen Zweierkombination Saxagliptin plus Metformin bezog sich der Hersteller zum einen auf dieselben beiden Studien, die das IQWiG bereits in seiner ersten Bewertung untersucht und daher nicht erneut ausgewertet hat (siehe Dossierbewertungen A12-16 und A13-01 sowie Addendum A13-14).

Zum anderen legte der Hersteller für alle Fragestellungen Daten aus der Studie SAVOR-TIMI 53 vor. Diese mehrjährige randomisierte kontrollierte Studie mit Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko hatte zwei Ziele: Für die dauerhafte Zulassung sollte ausgeschlossen werden, dass unter Saxagliptin mehr kardiovaskuläre Ereignisse auftreten als unter Placebo. Für die Nutzenbewertung sollte gezeigt werden, dass Saxagliptin kardiovaskuläre Ereignisse gegenüber den Vergleichstherapien reduziert.

Da in die Studie Patienten mit unterschiedlichen Vorbehandlungen eingeschlossen wurden, ist ihre Gesamtpopulation größtenteils nicht zur Beantwortung der einzelnen Fragestellungen geeignet. Der Hersteller hat daher auch Auswertungen zu Teilpopulationen vorgelegt.

Auswertungen zu Teilpopulationen für Fragestellungen ungeeignet

Keine dieser Auswertungen ist jedoch zur Bewertung eines Zusatznutzens geeignet. So wurden für mehrere Fragestellungen sehr unterschiedlich große Teilpopulationen ausgewählt. In einem der Vergleiche standen beispielsweise 1299 (15,7 Prozent) der Patienten aus der Saxagliptin-Gruppe 39 (0,5 Prozent) der Patienten aus der Vergleichsgruppe gegenüber. Bei so unterschiedlichen Anteilen ist die für eine Bewertung erforderliche Strukturgleichheit zwischen den Studienarmen nicht mehr gewährleistet.

Zudem ist Saxagliptin für Patientinnen und Patienten zugelassen, deren Blutzucker durch Insulin allein oder durch Insulin plus Metformin nicht ausreichend unter Kontrolle ist. Ihre bisherige antidiabetische Therapie muss also optimiert werden, und zwar nicht nur im Saxagliptin-Arm, sondern auch im Insulin-Arm. Wenn die Insulindosis im entsprechenden Vergleichsarm aber bei weniger als einem Drittel der Teilnehmer merklich gesteigert wird, ist entweder die zweckmäßige Vergleichstherapie nicht adäquat umgesetzt, oder ein großer Teil dieser Patienten bedarf keiner Therapieeskalation. Dann aber ist die Voraussetzung für den Einsatz von Saxagliptin nicht erfüllt; die Teilpopulation ist also für die Fragestellung ungeeignet.

Insgesamt ist ein Zusatznutzen von Saxagliptin oder Saxagliptin/Metformin für keine der sechs Fragestellungen in den beiden Dossiers belegt.

Auch Gesamtpopulation erlaubt keine Aussagen zu G-BA-Fragestellungen

Wegen der Bedeutung der Studie SAVOR-TIMI 53 für das Anwendungsgebiet Diabetes mellitus Typ 2 hat das IQWiG neben den fragestellungsbezogenen Auswertungen auch die Auswertungen des Herstellers zur Gesamtpopulation der Studie untersucht. Die Studienergebnisse zeigen in einigen Endpunkten, etwa der Gesamtmortalität oder der kardiovaskulären Mortalität, keine Nachteile oder Vorteile von Saxagliptin gegenüber Placebo, jeweils zusätzlich zu einer antidiabetischen Standardtherapie. Hinsichtlich der symptomatischen Hypoglykämien und der Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz hat Saxagliptin offenbar Nachteile.

Aus diesen Ergebnissen lassen sich aber aus mehreren Gründen keine Aussagen über einen Zusatznutzen von Saxagliptin oder Saxagliptin/Metformin gegenüber den vom G-BA benannten Vergleichstherapien ableiten. So wurden die meisten Patienten entweder nicht ausreichend blutzuckersenkend oder aber nicht zulassungsgemäß behandelt. Unklar ist zudem, wie mit den etwa 40 Prozent Patienten mit Hypertonie verfahren wurde – ob ihre blutdrucksenkenden Medikamente etwa höher dosiert oder durch weitere Wirkstoffe ergänzt wurden. Auch weisen die Daten darauf hin, dass die regionalen Versorgungsstandards innerhalb der Studienpopulation deutlich voneinander abweichen, sodass die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf den deutschen Versorgungskontext übertragbar sind.

G-BA beschließt über Ausmaß des Zusatznutzens

Die Dossierbewertung ist Teil der frühen Nutzenbewertung gemäß Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG), die der G-BA verantwortet. Nach Publikation der Dossierbewertung führt der G-BA ein Stellungnahmeverfahren durch und fasst einen abschließenden Beschluss über das Ausmaß des Zusatznutzens.

Kurzfassungen der Nutzenbewertungen

Saxagliptin  (SIEHE ANLAGE 1)

Saxagliptin/Metformin (SIEHE ANLAGE 2)

Koechli260

Metformin hilft bei Typ-2-Diabetes


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Guter Ratgeber

Hier der Zweite Artikel:

http://www.diabetologie-online.de/a/1791064

Am gleichen Tag erschien dann diese Widersprüchliche meldung in der Presse:

News > Zusatznutzen von Saxagliptin und Saxagliptin/Metformin nicht belegt

IQWIG

IQWIG 05.10.2016

Zusatznutzen von Saxagliptin und Saxagliptin-Metformin nicht belegt

Wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen mitteilt, sind die eingereichten Studien nach Auswertung nicht geeignet, Vor- oder Nachteile der Therapie mit Saxagliptin bzw. der Kombination Saxagliptiin/ Metformin zu positiven oder negativen Effekten gegenüber Vergleichstherapien zu treffen.

Saxagliptin (Handesname Onglyza) ist für Erwachsene mit Diabetes mellitus vom Typ 2 zugelassen, bei denen Ernährungsumstellung und Bewegung einen erhöhten Blutzuckerspiegel allein nicht ausreichend senken. Die Fixkombination mit Metformin ist unter dem Namen Komboglyze im Handel. Sowohl das Monopräparat als auch die Fixkombination haben bereits 2013 frühe Nutzenbewertungen durchlaufen, die mit befristeten Beschlüssen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) endeten. Die Fristen verlängerte der G-BA 2015 um ein Jahr.

Wie in der Arzneimittel-Nutzenbewertungsverordnung vorgesehen, hat der Hersteller nach Fristende nun neue Dossiers eingereicht. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat daher erneut untersucht, ob der Wirkstoff und die Wirkstoffkombination für die Patientinnen und Patienten Vorteile oder Nachteile gegenüber den zweckmäßigen Vergleichstherapien hat. Das Fazit: Weder für das Monopräparat noch für die Fixkombination ist ein Zusatznutzen belegt.

Vier zweckmäßige Vergleichstherapien

Saxagliptin kann mit Metformin und je nach Indikation mit weiteren Wirkstoffen kombiniert werden, insbesondere mit Insulin und Sulfonylharnstoffen. Der G-BA hat daher für das Monopräparat zwischen vier und für die Fixkombination zwischen zwei Fragestellungen unterschieden und zweckmäßige Vergleichstherapien festgelegt, die aus Sulfonylharnstoffen, Metformin, Humaninsulin und Kombinationen dieser Wirkstoffe bestehen.

Eine Studie für alle Fragestellungen

Für den Nachweis eines Zusatznutzens der freien oder festen Zweierkombination Saxagliptin plus Metformin bezog sich der Hersteller zum einen auf dieselben beiden Studien, die das IQWiG bereits in seiner ersten Bewertung untersucht und daher nicht erneut ausgewertet hat (siehe Dossierbewertungen A12-16 und A13-01 sowie Addendum A13-14).

Zum anderen legte der Hersteller für alle Fragestellungen Daten aus der Studie SAVOR-TIMI 53 vor. Diese mehrjährige randomisierte kontrollierte Studie mit Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko hatte zwei Ziele: Für die dauerhafte Zulassung sollte ausgeschlossen werden, dass unter Saxagliptin mehr kardiovaskuläre Ereignisse auftreten als unter Placebo. Für die Nutzenbewertung sollte gezeigt werden, dass Saxagliptin kardiovaskuläre Ereignisse gegenüber den Vergleichstherapien reduziert.

Da in die Studie Patienten mit unterschiedlichen Vorbehandlungen eingeschlossen wurden, ist ihre Gesamtpopulation größtenteils nicht zur Beantwortung der einzelnen Fragestellungen geeignet. Der Hersteller hat daher auch Auswertungen zu Teilpopulationen vorgelegt.

Auswertungen zu Teilpopulationen für Fragestellungen ungeeignet

Keine dieser Auswertungen ist jedoch zur Bewertung eines Zusatznutzens geeignet. So wurden für mehrere Fragestellungen sehr unterschiedlich große Teilpopulationen ausgewählt. In einem der Vergleiche standen beispielsweise 1299 (15,7 Prozent) der Patienten aus der Saxagliptin-Gruppe 39 (0,5 Prozent) der Patienten aus der Vergleichsgruppe gegenüber. Bei so unterschiedlichen Anteilen ist die für eine Bewertung erforderliche Strukturgleichheit zwischen den Studienarmen nicht mehr gewährleistet.

Zudem ist Saxagliptin für Patientinnen und Patienten zugelassen, deren Blutzucker durch Insulin allein oder durch Insulin plus Metformin nicht ausreichend unter Kontrolle ist. Ihre bisherige antidiabetische Therapie muss also optimiert werden, und zwar nicht nur im Saxagliptin-Arm, sondern auch im Insulin-Arm. Wenn die Insulindosis im entsprechenden Vergleichsarm aber bei weniger als einem Drittel der Teilnehmer merklich gesteigert wird, ist entweder die zweckmäßige Vergleichstherapie nicht adäquat umgesetzt, oder ein großer Teil dieser Patienten bedarf keiner Therapieeskalation. Dann aber ist die Voraussetzung für den Einsatz von Saxagliptin nicht erfüllt; die Teilpopulation ist also für die Fragestellung ungeeignet.

Insgesamt ist ein Zusatznutzen von Saxagliptin oder Saxagliptin/Metformin für keine der sechs Fragestellungen in den beiden Dossiers belegt.

Auch Gesamtpopulation erlaubt keine Aussagen zu G-BA-Fragestellungen

Wegen der Bedeutung der Studie SAVOR-TIMI 53 für das Anwendungsgebiet Diabetes mellitus Typ 2 hat das IQWiG neben den fragestellungsbezogenen Auswertungen auch die Auswertungen des Herstellers zur Gesamtpopulation der Studie untersucht. Die Studienergebnisse zeigen in einigen Endpunkten, etwa der Gesamtmortalität oder der kardiovaskulären Mortalität, keine Nachteile oder Vorteile von Saxagliptin gegenüber Placebo, jeweils zusätzlich zu einer antidiabetischen Standardtherapie. Hinsichtlich der symptomatischen Hypoglykämien und der Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz hat Saxagliptin offenbar Nachteile.

Aus diesen Ergebnissen lassen sich aber aus mehreren Gründen keine Aussagen über einen Zusatznutzen von Saxagliptin oder Saxagliptin/Metformin gegenüber den vom G-BA benannten Vergleichstherapien ableiten. So wurden die meisten Patienten entweder nicht ausreichend blutzuckersenkend oder aber nicht zulassungsgemäß behandelt. Unklar ist zudem, wie mit den etwa 40 Prozent Patienten mit Hypertonie verfahren wurde – ob ihre blutdrucksenkenden Medikamente etwa höher dosiert oder durch weitere Wirkstoffe ergänzt wurden. Auch weisen die Daten darauf hin, dass die regionalen Versorgungsstandards innerhalb der Studienpopulation deutlich voneinander abweichen, sodass die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf den deutschen Versorgungskontext übertragbar sind.

G-BA beschließt über Ausmaß des Zusatznutzens

Die Dossierbewertung ist Teil der frühen Nutzenbewertung gemäß Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG), die der G-BA verantwortet. Nach Publikation der Dossierbewertung führt der G-BA ein Stellungnahmeverfahren durch und fasst einen abschließenden Beschluss über das Ausmaß des Zusatznutzens.

Kurzfassungen der Nutzenbewertungen

Saxagliptin  SIEHE ANLAGE 1)

Saxagliptin/Metformin (SIEHE ANLAGE 2)

Koechli2606

Metformin hilft bei Typ-2-Diabetes


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Guter Ratgeber

Nehme Metformin schon längere Zeit und habe keine signifikanten Nebenwirkungen feststellen können. Es soll ja abführend wirken, bei mir keine Reaktion. Verantwortlich wahrscheinlich meine Schmerzmittel, die verstopfend wirken.

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