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Ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages?

Veröffentlicht am 08.05.2021 • Von Candice Salomé

Wer hat nicht schon oft gehört, dass das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages sei? Die Vorstellung, dass diese erste Mahlzeit gute Energie für den ganzen Tag garantiere, ist weit verbreitet.

Aber warum ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit? Was ist ein gutes Frühstück? Was sagt die Wissenschaft zu diesem Thema? Wann ist das Konzept des Frühstücks entstanden?

Wir sagen Ihnen alles in unserem Artikel!

Ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages?

Wann entstand das Konzept des Frühstücks?

Das Frühstücks-Konzept wie wir es heute kennen, kam mit einer Veränderung der Essgewohnheiten zur Wende des 20. Jahrhunderts auf, als die westlichen Staaten sich mitten in der industriellen Revolution befanden.

Vor dieser Zeit aßen die Menschen auch am Morgen, um das nächtliche Fasten zu brechen, es handelte sich aber noch um kein Ritual. Tatsächlich waren die Nahrungsmittel, die man heute mit einem Frühstück assoziiert, kaum verbreitet. In dieser Epoche wurden nach dem Aufwachen die Reste vom Vortag gegessen.

Zur selben Zeit zogen immer mehr Menschen vom Land und den Feldern in die Stadt, um sitzende Tätigkeiten (in Fabriken und Büros) zu übernehmen und die Arbeiter begannen über Verdauungsstörungen zu klagen. Ihre morgendliche Mahlzeit war unpassend.

Daraufhin widmete sich Dr. John H. Kellogg der Forschung zur „bestmöglichen Lebensweise“. Er bot wohlhabenden Menschen Behandlungen von einer Hydrotherapie bis zur Lichttherapie anhand den Gesundheitsprinzipien der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Er verschrieb seinen Patienten Diäten auf Basis von ungewürzten Lebensmitteln, fett- und fleischarme Kost. Zudem entwickelte Dr. John H. Kellogg 1898 Cornflakes, Flocken auf Maismehlbasis, ein Mittel, das seiner Meinung nach Verdauungsstörungen bekämpfen sollte.

Will Keith Kellogg, sein Bruder, sah darin ein großes kommerzielles Potenzial und beschloss 1907 diese Cerealien für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So erblickte das Frühstück die Welt - unterstützt durch die Thesen von Ernährungswissenschaftlern wie John H. Kellogg - und seine Cerealien begannen den Markt zu erobern.

Was ist ein gutes Frühstück?

Eine große Anzahl an Menschen nimmt sich morgens nicht die Zeit zu frühstücken. Es ist jedoch wichtig, sich die Zeit zu nehmen, sich an den Tisch zu setzen und sich 20 Minuten Zeit zum Essen zu nehmen, so wie man es beim Mittag- oder Abendessen tun würde.

In der Tat wird diese erste Mahlzeit den Körper mit der notwendigen Energie versorgen, um einen guten Vormittag zu verbringen.

Ein ausgewogenes Frühstück besteht aus saisonalen Lebensmitteln und setzt sich aus Produkten verschiedener Kategorien zusammen. Es ist möglich, von einem Tag zum Nächsten die Genüsse zu variieren. Es kann aus einem zuckerfreien Getränk (Kaffee, Tee, Rooibostee, Mate, …), einem eiweißreichen Lebensmittel (Quark, Käse, Sojajoghurt, Ei, …), einer saisonalen Frucht (Kiwi, Aprikose, Banane, Orange, Trockenfrüchte) und einem kohlenhydrathaltigen Produkt (Zwieback, Toast, Baguette, Müsli, …) bestehen.

Wenn Sie Cerealien für diese erste Mahlzeit des Tages bevorzugen, achten Sie unbedingt auf deren Zusammensetzung, da sie oft viel Zucker enthalten und daher einen hohen glykämischen Index haben.

Was sind die Vorteile eines Frühstücks?

Es liefert die nötige Energie für den ersten Teil des Tages:

Nach einer Fastenzeit von 8 bis 12 Stunden muss der Körper wieder eine gewisse Energie gewinnen, um den ersten Teil des Tages zu bewältigen und so die Kraft zu entwickeln, bis zum Mittagessen durchzuhalten.

Es hilft dem Gedächtnis und der Konzentration:

Während der Nacht neigt der Glukosespiegel im Blut dazu abzusinken und einige unserer Organe, darunter das Gehirn (dessen Treibstoff Glukose ist) funktionieren dann beim Aufwachen weniger gut. Ein gutes Frühstück ermöglicht daher, am Morgen produktiver zu sein.

Das Risiko eines Mangels ist niedriger:

Das Frühstück ermöglicht es, dem Körper alle wichtigen Nährstoffe zu geben, die er braucht, um richtig zu funktionieren. Daher haben Menschen, die diese Mahlzeit auslassen, langfristig gesehen ein größeres Risiko für Mangelerscheinungen.

Es verhindert Naschen:

Personen, die nicht frühstücken, neigen dazu, am Vormittag einen kleinen Hunger zu entwickeln. Da sie dann oft nicht zu Hause sind, neigen sie dazu, weniger ausgewogene Lebensmittel wie Teilchen oder Kekse zu knabbern, die viel Zucker und Fett enthalten.

Was sagt die Wissenschaft zum Frühstück?

Wie wir bereits gezeigt haben, ist der Glaube, dass das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages sei, in der westlichen Gesellschaft fest etabliert. Dennoch gibt es nur wenige wissenschaftliche Beweise hierfür.

Insgesamt sind Menschen, die sich nach dem Aufwachen Nahrung zuführen, tendenziell schlanker und gesünder. Allerdings ernähren sich diese Personen oft auch ausgewogener und treiben mehr Sport.

Zwei Studien, die 2014 in der führenden Zeitschrift American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurden, haben die Debatte über den tatsächlichen Wert des Frühstücks neu entfacht.

Diese Studien stellen die Tatsache in Frage, dass ein Frühstück Übergewicht verhindern würde. Die Wissenschaftler betonen die Bedeutung verschiedener Faktoren, die in früheren Studien nicht ausreichend betrachtet wurden, wie z.B. körperliche Aktivität oder das sozioökonomische Milieu, für die das Frühstück ein Indikator ist.

Tatsächlich sind seit den 1950er Jahren Produkte der Lebensmittelindustrie (wie Cerealien, oft reich an Zucker) Teil unserer Ernährung geworden.

So findet sich Professor Bernard Guy-Grand zufolge in seinen Ernährungsheften: „Wir sind natürlich nicht gegen das Frühstück, das für die meisten Verbraucher jeden Alters Vorteile hat, aber von diesem Punkt aus es zu einer Pflicht für alle zu machen, in der Hoffnung, gegen die Fettleibigkeit zu kämpfen …“.

Sicher sei laut ihm nur: Das Frühstück ermögliche es, Energie aufzutanken, um gut in den Tag zu starten.


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Alles Gute!


avatar Candice Salomé

Autor: Candice Salomé, Gesundheitsredakteurin

Candice ist Content Creator bei Carenity und hat sich auf das Schreiben von Gesundheitsartikeln spezialisiert. Ihr besonderes Interesse gilt den Bereichen Psychologie, Wellbeing und Sport. 

Candice hat einen... >> Mehr erfahren

2 Kommentare


Manuela56 • Botschafter-Mitglied
am 08.05.21

Guten Tag. Ich frühstücke immer eine Kleinigkeit, wenn ich zur Arbeit gehe. Das ist ja jetzt nur noch 2 mal in der Woche der Fall. Aber das wurde uns schon so anerzogen, auch in der Schulzeit. 


Tina123
am 11.05.21

Ich frühstücke nicht, da ich morgens keine. Hunger habe. 

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