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Selbstabtastung: eine Möglichkeit zur Früherkennung von Brustkrebs

Veröffentlicht am 20.12.2021 • Von Claudia Lima

Brustkrebs ist die häufigste und tödlichste Krebserkrankung bei Frauen. Eine von acht Frauen läuft Gefahr, im Laufe ihres Lebens daran zu erkranken. Die Sterblichkeitsrate sinkt jedoch von Jahr zu Jahr. Dies ist auf verbesserte Behandlungsmöglichkeiten zurückzuführen, aber auch auf die Brustkrebsvorsorge, die immer mehr an das Risiko jeder Frau angepasst wird.  

Eine Möglichkeit, diese Krankheit frühzeitig zu erkennen, ist die Selbstabtastung. 

Wie geht man dabei vor? Wann sollte man sie durchführen? 

Wenn Sie Antworten möchten, lesen Sie unseren Artikel!

Selbstabtastung: eine Möglichkeit zur Früherkennung von Brustkrebs

Brustkrebs entsteht durch eine Störung der Zellen, die sich vermehren und in der Regel eine Masse bilden, die als Tumor bezeichnet wird. Dieser bösartige Tumor befällt die Brustdrüse und kann sich im ganzen Körper ausbreiten. Man spricht dann von einer Metastasierung. 

Als Frau ist es wichtig, Veränderungen der Brust genau zu beobachten und regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen

Laut dem Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz wird ab dem Alter von 30 Jahren jedes Jahr eine klinische Untersuchung der Brüste durch einen Spezialisten empfohlen. Man spricht dann von einer Palpation. Wenn keine Symptome oder Risikofaktoren für die Entwicklung von Brustkrebs vorliegen, wird für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre ein Mammographie-Screening empfohlen. 
 
Für Frauen mit einer medizinischen und familiären Vorgeschichte oder einer genetischen Veranlagung gibt es spezielle Regeln für die Überwachung

Bei Veränderungen an der Brust sollte schnell ein Arzt aufgesucht werden. Es kann sich u. a. um das Auftreten eines Knotens, einer Vergrößerung in der Brust oder in den Achselhöhlen oder um eine Hautveränderung handeln. All dies können erste Anzeichen für Brustkrebs sein. 

In Deutschland war Brustkrebs im Jahr 2016 mit über 18 000 Fällen für 17% der Krebstodesfälle bei Frauen verantwortlich. Fast drei von zehn betroffenen Frauen sind bei Diagnose­stellung jünger als 55 Jahre alt. Wenn Brustkrebs früh erkannt wird, hat er eine gute Prognose mit einer Überlebensrate von etwa 88%. 

Aus diesem Grund und um die Untersuchungen im Rahmen der Brustkrebsvorsorge zu ergänzen, ermutigen Ärzte alle Frauen nachdrücklich, regelmäßig eine Selbstabtastung der Brust durchzuführen.

Denn eine Früherkennung ermöglicht eine weniger aggressive und konservativere therapeutische Behandlung von Personen mit bösartigen Tumoren, eine frühzeitige Diagnose hat also einen großen Einfluss auf die Behandlung von Brustkrebs.

Was ist die Selbstabtastung der Brust? 

Die Selbstabtastung der Brust, auch Brustselbstuntersuchung genannt, umfasst alle Maßnahmen, mit denen eine Frau mögliche Anomalien in ihrer Brust erkennen kann. Es handelt sich um eine schmerzlose Untersuchung, bei der die Brust und der Bereich unter der Achselhöhle an verschiedenen Stellen gedrückt werden, um nach abnormalen Vergrößerungen oder Rötungen und damit nach Tumoren zu suchen.

Diese Selbstabtastung der Brust ermöglicht es, abnormale Veränderungen in der Brust leicht zu bemerken, um sie dann dem Arzt zu melden.

Brustimplantate sind für die Selbstabtastung der Brust nicht hinderlich.

Welche Gesten sind erforderlich und wann?

Die Selbstabtastung der Brust erfolgt in zwei Phasen. Die erste ist eine Phase der visuellen Beobachtung, die zweite ist eine Phase des Abtastens.

So sollte vorgegangen werden: 

  • Schauen Sie Ihre Brust an und stellen Sie sich wie folgt vor einen Spiegel:

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  • Überprüfen Sie beide Brüste optisch und achten Sie dabei auf Folgendes: Ausfluss aus den Brustwarzen, Risse, Grübchen, Falten, schuppige Haut, Form der Brüste
  •  Heben Sie Ihren rechten Arm und legen Sie die drei Finger der linken Hand auf, wie im Bild unten gezeigt:

editor_meta_bo_img_86a057ebe1f0e4bc5a6a97f9bd1e08fd.pngeditor_meta_bo_img_83c8bf818d3b50adb7aa208543870d40.pngeditor_meta_bo_img_7bf948a70fd7b3d95d7716de5503ca0a.png

  • Untersuchen Sie Ihre Brust mit drei Fingern. Tasten Sie die rechte Brust fest, aufmerksam und in ihrer Gesamtheit ab. Beginnen Sie an der Außenseite und bewegen Sie Ihre Hand über Ihre Brust, indem Sie mit den Fingerspitzen kleine Kreise ziehen; manche Menschen untersuchen ihre Brust in Linien. Die Achselhöhle und der Bereich zwischen Achselhöhle und Brust sollten besonders beachtet werden
  • Untersuchen Sie Ihre Brustwarze. Dazu gehört auch, dass Sie sie vorsichtig kneifen, um sie auf Ausfluss oder andere Auffälligkeiten zu untersuchen

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  • Wiederholen Sie die Selbstabtastung an der linken Brust

 editor_meta_bo_img_5e0d157a8e1226296828ec9863f75191.pngQuelle: Sante.bd, l’autopalpation, je me fais un examen des seins 

Einige Spezialisten empfehlen eine Selbstabtastung der Brust mindestens einmal im Monat am selben Tag, einige Tage nach der Menstruation, wenn das Gewebe weicher ist, sobald die Frau etwa 20 Jahre alt ist. Es wird empfohlen, diese Untersuchung immer zur gleichen Zeit durchzuführen, damit der Vergleich aussagekräftig ist.

Wenn Sie sich in der Menopause befinden, sollten Sie Ihre Brüste jeden Monat am selben Tag untersuchen.

Wie sollte man im Fall einer Anomalie reagieren? 

Bei der Selbstabtastung der Brust kann es vorkommen, dass etwas Abnormales auffällt. Solche Anomalien können sein: eine verdächtige Masse, abnormale Hautfalten, das Auftreten einer kleinen Vertiefung oder von Wunden, Blut oder Flüssigkeit an der Brustwarze, ...

Sie sollten dem Arzt oder Gynäkologen mitgeteilt werden, der seinerseits die Brust abtastet und gegebenenfalls weitere Untersuchungen anordnet (Blutentnahme, Ultraschall, MRT, Mammografie, ...).

Entgegen der weit verbreiteten Meinung über Krebs und die Selbstabtastung der Brust ist das Auftreten von Knoten oder anderen Veränderungen in der Brust nicht unbedingt ein Anzeichen für einen Tumor oder Brustkrebs. Es kann sich auch um eine gutartige Erkrankung handeln. Dennoch ist es ratsam, jede Anomalie von einer medizinischen Fachkraft untersuchen zu lassen.

Die Selbstabtastung der Brust zur Früherkennung von Brustkrebs ist kein Ersatz für regelmäßige Besuche bei einem Arzt oder Gynäkologen.

Laut dem Gesundheitsministerium führt eine Diagnose im Frühstadium zu erheblich besseren Überlebensaussichten. Darüber hinaus kann sie die Sterblichkeitsrate bei Brustkrebs senken.

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