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Wie können Sie mit der Kälte umgehen, wenn Sie an atopischer Haut leiden?

Veröffentlicht am 07.12.2020 • Von Candice Salomé

Atopische Dermatitis ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Haut. Sie bricht normalerweise bei Säuglingen oder Kindern aus, kann aber bei Jugendlichen und Erwachsenen bestehen bleiben oder auftreten. Atopische Dermatitis ist gekennzeichnet durch trockene Haut, die mit ekzemartigen Läsionen verbunden ist, die in Schüben aufkommen. Im Winter tragen Kälte und Wind dazu bei, diese extrem sensible Haut noch weiter zu reizen.

Was sind die Symptome einer atopischen Dermatitis? Warum verschlimmert sich die atopische Dermatitis im Winter? Wie kann man eine atopische Dermatitis behandeln, die durch die Kälte verstärkt wird? Welche Tipps soll man befolgen, um den Winter zu überstehen?

Wir sagen Ihnen alles in unserem Artikel!

Wie können Sie mit der Kälte umgehen, wenn Sie an atopischer Haut leiden?

Was ist atopische Dermatitis?

Die atopische Dermatitis (auch atopisches Ekzem genannt) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Haut. Diese nicht ansteckende Krankheit führt zu Juckreiz und kommt in Schüben.

Häufig vorkommende Symptome einer atopischen Dermatitis sind:

  • Xerose (trockene Haut)
  • Pruritus (Juckreiz der Haut)
  • Rote Plaques
  • Nässende Plaques
  • Vesikuläre Läsionen (kleine Wasserbläschen)
  • Verdickung der Haut und manchmal Krusten und Ödeme

Atopisches Ekzem entwickelt sich ab dem 3. Lebensmonat bei Säuglingen. Die Läsionen sind normalerweise auf den prallen Zonen des Gesichts und der Gliedmaßen, auf der Kopfhaut sowie auf dem Gesäß vorhanden.

Später finden sich solche Läsionen auch in den Falten (hinter den Knien, den Ellbogen und im Nacken), den Händen und um den Mund.

Die meisten Fälle von atopischer Dermatitis verschwinden im Kindesalter (50% vor dem 5. Lebensjahr), aber 10-15% der Fälle bleiben bis ins Erwachsenenalter bestehen.

Studien zufolge haben 50-70% der Kinder mit atopischer Dermatitis einen Verwandten ersten Grades (Eltern, Bruder oder Schwester), der selbst erkrankt war.

Atopische Dermatitis resultiert sowohl aus Haut- als auch aus immunologischen Anomalien, die genetisch übertragen werden:

  • Der Patient sondert große Mengen an IgE-Antikörpern als Antwort auf Allergene (Tierhaare, Pollen, Milben, …) ab.
  • Die atopische Haut ist trocken und ohne ihren schützenden natürlichen Hydrolipidfilm. Durch seine Abwesenheit können allergieauslösende Moleküle in die Epidermis gelangen und in Kontakt mit den Immunabwehrzellen der Haut kommen. Eine unangemessene Entzündungsreaktion wird hierdurch ausgelöst und die Symptome der atopischen Dermatitis treten auf.

Warum wird das atopische Ekzem im Winter schlimmer?

Die Kälte und der Mangel an Feuchtigkeit im Winter sind die Hauptauslöser für atopisches Ekzem, die ein sehr schnelles Austrocknen der Haut verursachen, gefolgt von einer Beeinträchtigung der Barrierefunktion, die sich verstärken und dadurch eine Infektion auslösen kann.

Dieses Phänomen betrifft nicht nur Menschen mit atopischer Dermatitis. Die menschliche Epidermis ist mit einem sehr dünnen Hydrolipidfilm bedeckt, der eine Schutzbarriere bildet. Dieser Hydrolipidfilm besteht aus Wasser und Lipiden. Seine Zusammensetzung variiert je nach Körperstelle, Alter, Hormonstatus, ist aber auch von externen Faktoren abhängig: Temperatur, Körperhygiene oder Produkten zur Körperpflege.

Diese Veränderungen bei der Zusammensetzung des Hydrolipidfilms (an Wasser und Lipiden) der Hornschicht der Epidermis (die eine Barrierefunktion inne hat) sind die Ursache für den Juckreiz, der bei atopischer Haut bekannt ist.

Im Winter sind diese Veränderungen auf saisonale Wandel der Umgebung zurückzuführen: Die Kälte außen, aber auch die Heizungsluft im Inneren machen die Luft trockener. Dies führt daher zu einer Dehydration der Epidermis.

Bei atopischer Haut, die im Winter besonders häufig auftaucht, müssen lokal wirkende Antibiotika und Behandlungsarten eingesetzt werden, die zu einer Sensibilisierung und zu vorübergehenden Beschwerden führen können. Daher ist es wichtig, konsequent geschmeidigmachende Produkte auf die atopische Haut aufzutragen.
Einige Behandlungen können ebenfalls bei andauernden Läsionen verschrieben werden.

Es werden kurze und lauwarme Duschen empfohlen (nicht mehr als 35 Grad, trockene Haut hält kein heißes Wasser aus). Ebenfalls müssen spezielle Duschgels verwendet werden: flüssige Syndets (Seife ohne Seife) oder ein lipidauffüllendes rückfettendes Seifenstück.

Bevor Sie raus gehen, sollten Sie Ihre Haut vor der Kälte schützen, indem Sie Handschuhe und einen Schal aus Naturfasern tragen sowie eine geschmeidigmachende Creme anwenden.

Wie wird eine atopische Dermatitis behandelt, die durch die Kälte verschlimmert wurde?

Wenn das Stadium und das klinische Erscheinungsbild der atopischen Dermatitis fortgeschritten sind, sollte ein Termin mit einem Dermatologen vereinbart werden. Dieser wird eine Behandlung vorschlagen. Das Protokoll besteht aus lokalen Kortikosteroiden oder Calcineurin-Inhibitoren (Cyclosporin oder Tacrolimus), Antihistaminika zur Linderung des Juckreizes sowie lokal anwendbare geschmeidigmachende Mittel.

Das medikamentöse Protokoll basiert auf einer guten Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt und seine Dauer hängt von den Symptomen und ihrer Entwicklung ab. Es ist sehr wichtig, den Teufelskreis von Juckreiz und Kratzen zu bewerten und zu kontrollieren, denn dieser spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Krankheit.

Wenn die häusliche Umgebung zu trocken ist, sollten Luftbefeuchter verwendet werden. Kleidung aus Wolle, die das Kratzen verstärken können, sowie zu scharfe Seifen sind zu vermeiden. Baumwolle wird sowohl für Kleidung als auch für bestimmte Reinigungsmittel für atopische Haut bevorzugt.

Es ist ebenso ratsam, die Haut nach dem Duschen gut abzutrocknen (indem sie abgetupft wird, um die Haut nicht anzugreifen), um kältebedingte Mikrorisse und Risse zu vermeiden.

Schließlich ist eine regelmäßige Hydration der Haut mit geeigneten Produkten unerlässlich, da sie den Hydrolipidfilm und die Schutzfunktion der Epidermis wiederherstellt.


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avatar Candice Salomé

Autor: Candice Salomé, Gesundheitsredakteurin

Candice ist Content Creator bei Carenity und hat sich auf das Schreiben von Gesundheitsartikeln spezialisiert. Ihr besonderes Interesse gilt den Bereichen Psychologie, Wellbeing und Sport. 

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