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“Ich spüre noch Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus Symptome von COVID-19!”

Veröffentlicht am 05.02.2021 • Von Candice Salomé

Polaris, ein Mitglied der französischsprachigen Carenity-Gemeinschaft, wurde ins Krankenhaus eingeliefert und an ein Beatmungsgerät angeschlossen sowie aufgrund seiner COVID-19-Erkrankung in ein künstliches Koma versetzt. Auch mehrere Wochen nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus spürt er immer noch Symptome, die ihn daran hindern, in sein früheres Leben zurückzukehren. Er äußert sich für Carenity dazu in seiner Patientengeschichte.

“Ich spüre noch Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus Symptome von COVID-19!”

Guten Tag Polaris, Sie haben akzeptiert, mit Carenity zu sprechen und dafür möchten wir Ihnen danken.

Können Sie uns zunächst mehr über sich erzählen? 

Ich bin ein 72-jähriger Mann aus Quebec, ich bin seit 50 Jahren verheiratet und wir haben drei Kinder sowie drei Enkelkinder. Das Familienleben ist nicht mehr so, wie es vor der Pandemie war, aber ich besuche meine Kinder von Zeit zu Zeit und sie besuchen uns auch, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Mein Hobby ist Informatik, ich helfe oft den Nachbarn, Freunden und meinen Kindern, wenn sie Probleme mit ihren Computern haben. Heute bin ich im Ruhestand, habe aber mein ganzes Leben als Mechaniker für Freizeitfahrzeuge gearbeitet: MTBs, Schneemobile, Wasserfahrzeuge, Außenbordmotoren, Rasenmäher, Kettensägen, etc…

Sie haben sich mit COVID-19 infiziert und wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Können Sie uns etwas über Ihre Symptome und die Gründe für Ihren Krankenhausaufenthalt sagen?

Mir COVID-19 einzufangen war eine sehr schwierige Zeit für mich. Man denkt, eine ordentliche Grippe zu haben, aber eine Grippe ist nichts im Vergleich zu COVID-19. Man hat hohes Fieber, extreme Müdigkeit, trockenen Husten, Kopfschmerzen, Geschmacks- und Geruchsverlust, aber am schlimmsten ist die Schwierigkeit zu atmen und schon das Sprechen verursachte Kurzatmigkeit! Ich hatte Schmerzen in der Brust und auch einen gewissen Verlust der motorischen Fähigkeiten. Ich verbrachte 28 Tage im Krankenhaus, wurde an ein Beatmungsgerät angeschlossen und in ein künstliches Koma versetzt.

Wie war Ihr Krankenhausaufenthalt? Wie lief die Betreuung ab? Wie waren die „Bedingungen“ auf der Station, in der Sie waren?

Ich musste mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden und wurde dort direkt versorgt. Sofort wurde ich in einem Zimmer unter Quarantäne gestellt. Ich wurde auf COVID-19 getestet und als sich mein Zustand weiter verschlechterte, musste man mich an ein Beatmungsgerät anschließen und ins Koma versetzen. Ich weiß nicht, was in den Tagen passiert ist, in denen ich im Koma lag, und ich kann Ihnen nicht einmal sagen, wie viele Tage ich in diesem künstlichen Koma gehalten wurde. Als ich aus dem Koma erwachte, fühlte ich mich ein wenig verloren. Eines ist sicher, ich hatte Glück, dass ich diese Prüfung überstanden habe

Sie sagten, dass Sie mehrere Wochen nach dem Verlassen des Krankenhauses Symptome von COVID-19 verspürten. Könnten Sie uns davon erzählen? 

Es ist schon einen Monat her, dass ich nach Hause gekommen bin und ich habe immer noch Grundsymptome von COVID. Ich kann immer noch nicht so riechen und schmecken wie früher. Ich leide immer noc hunter Müdigkeit, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen, ich bin kurzatmig und habe Gelenkschmerzen.

Was sagen die Ärzte dazu? Hat man mit Ihnen schon über Long COVID gesprochen?

Mein Arzt sagt mit, dass die ganzen Symptom von Long COVID mit der Zeit irgendwann verschwinden werden, aber er weiß nicht, wie lange es dauern kann: 2 Monate, 6 Monate, vielleicht mehr, er kann es nicht genau sagen!

Haben diese anhaltenden Symptome Auswirkungen auf Ihren Alltag? Falls ja, welcher Art?

Mein Leben hat sich komplett verändert! Der geringste Aufwand scheint mir ein acht Stunden Arbeitstag ohne Unterbrechung zu sein! Treppensteigen ist fast unmöglich geworden. Früher bin ich regelmäßig fünf Kilometer laufen gegangen. Heute muss ich nach einem fünfminütigen Spaziergang anhalten und mich ausruhen.

Haben Sie andere chronische Erkrankungen? Hatte COVID Auswirkungen auf die Betreuung dieser anderen Pathologien?

Ich habe Nierenversagen im Endstadium und bin an der Dialyse. COVID-19 hatte keine Auswirkungen auf meine Krankheit. Selbst im Koma wurde jede Nacht eine Peritonealdialyse durchgeführt.

Haben Sie vor der Ansteckung mit COVID-19 die Barrieremaßnahmen (Tragen einer Maske, Händewaschen, Abstand halten, ….) gewissenhaft respektiert? Hat sich dies seither geändert?

Ich habe mich gefragt, wie und wo ich COVID-19 einfangen konnte, weil ich die Barrieremaßnahmen immer respektiert habe.

Sind Sie gegen COVID-19 geimpft worden oder lassen Sie sich impfen? Was möchten Sie gerne den Menschen sagen, die gegen den Impfstoff sind?

Es ist sicher, dass ich mich impfen lassen werde, wenn ich an der Reihe bin. Ich sage oft zu den Leuten, die gegen den Impfstoff sind, dass sie sich an dem Tag, an dem Sie sich mit dem Virus anstecken, werden impfen lassen wollen. Und die, die denken, dass ein Chip im Impfstoff steckt, um sie auszuspionieren, schauen zu viele Spionagefilme! Sich impfen zu lassen ist eine Pflicht und ein Schutz für uns und die, die wir lieben. Die Impfung müsste verpflichtend sein!

Was möchten Sie abschließend den Carenity-Mitgliedern sagen, die Sie lesen?

Ich möchte nur sagen, dass man COVID-19 nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. In Quebec tötet es zwischen 40 und 60 Personen am Tag! Und lassen Sie sich impfen, es ist der beste Weg, damit COVID-19 eines Tages eliminiert wird und wir endlich wieder ein normales Leben führen können.

Ein letztes Wort?

Ich hoffe, dass meine Antworten den Mitgliedern von Carenity zeigen, dass COVID-19 gefährlich ist und die anhaltenden Symptome dieses Virus unerträglich, schmerzhaft und schwierig für die Stimmung sind.

Die Beantwortung dieses kurzen Fragebogens hat mir viel Freude bereitet! Ich hoffe, dass ich die Meinung einiger Menschen verändern kann, die denken, dass COVID-19 nichts weiter als eine schlimme Grippe ist. Man muss sich nur die Ergebnisse aus den USA anschauen, sie haben nichts getan und haben fast 4 000 Tote am Tag.


War diese Patientengeschichte für Sie hilfreich?
Gerne können Sie Ihre Gedanken und Fragen in den untenstehenden Kommentaren mitteilen!

Alles Gute!


avatar Candice Salomé

Autor: Candice Salomé, Community Manager Frankreich

Candice Salomé ist Community Manager Frankreich bei Carenity. Sie ist auch an der Abfassung von Artikeln für das Gesundheitsmagazin beteiligt. Sie ist für die Mitgliederbeteiligung der... >> Mehr erfahren

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