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Steroidale und nichtsteroidale Antirheumatika: Wir sagen Ihnen alles!

Veröffentlicht am 21.07.2021 • Von Aurélien De Biagi

Antirheumatika werden, wie ihr Name schon sagt, zur Bekämpfung von Entzündungen eingesetzt. Eine Entzündung entspricht einer Reaktion des Organismus auf einen Angriff. Letztere können einen infektiösen, traumatischen oder internen (Autoimmunerkrankung) Ursprung haben.

Wenn Sie mehr über diese Medikamente erfahren möchten, lesen Sie unseren Artikel!


Steroidale und nichtsteroidale Antirheumatika: Wir sagen Ihnen alles!

Antirheumatika werden in zwei Kategorien unterteilt: nichtsteroidale Antirheumatika (NSAID) sowie steroidale Antirheumatika.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAID)

NSAIDs sind verschreibungspflichtig, mit Ausnahme einiger weniger Moleküle wie Ibuprofen oder Ketoprofen, die rezeptfrei erhältlich sind. In allen Fällen hemmen sie die Bildung von Prostaglandinen (ein pro-inflammatorisches Molekül). Sie haben somit eine entzündungshemmende Funktion.

Welche Indikationen gibt es bei NSAIDs?

NSAIDs werden zur Behandlung von Entzündungen, aber auch als Analgetika (gegen Schmerzen) und Antipyretika (gegen Fieber) eingesetzt. Diejenigen, die rezeptfrei erhältlich sind, werden häufig zur Selbstmedikation von Schmerzen und Fieber bei Winterkrankheiten verwendet. Die Einnahme von NSAIDs ist aber nicht ohne Risiko. Auch wenn sie teilweise rezeptfrei erhältlich sind, verursachen sie Nebenwirkungen, die schwerwiegend sein können (Allergien, Niereninsuffizient).

Ihre Verwendung hört hier aber noch nicht auf. In der Tat können sie bei der Behandlung von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Morbus Bechterew eingesetzt werden. Sie können auch bei starken akuten Schmerzen, wie z.B. bei Nierenkoliken oder Gicht, zum Einsatz kommen.

Schließlich können sie als lokal anwendbare Form wie Cremes oder Salben zur lokalen Entzündungsbekämpfung genutzt werden.

Welche Kontraindikationen sind bei NSAIDs zu beachten?

NSAIDs haben einige Kontraindikationen. Allen NSAIDs gemeinsam sind die folgenden:

  • Frühere Blutungen oder Perforation des Verdauungstrakts in Verbindung mit der Einnahme von NSAIDs
  • Vorgeschichte von Asthma oder Allergien nach Einnahme von NSAIDs oder Aspirin
  • Magengeschwüre oder Geschwüre des Zwölffingerdarms
  • Schwere Leberschäden
  • Schweres Herz- oder Nierenversagen
  • Ab dem 6. Monat der Schwangerschaft

Einige NSAIDs haben spezifische Kontraindikationen. Zum Beispiel darf ein Patient bei der Einnahme von Diclofenac, Aceclofenac oder Celecoxib keine Vorerkrankungen wie Myokardinfarkt, Schlaganfall, Arteriitis oder Angina Pectoris haben.

Darüber hinaus interagieren NSAIDs mit vielen Medikamenten, so z.B. Antikoagulantien (Aspirin, Xarelto, etc.), Lithium, Methotrexat, Diuretika, ACE-Hemmern und Sartanen (Angiotensin-II-Rezeptorblocker).

Schließlich sollte man nicht zwei NSAIDs miteinander kombinieren.

Steroidale Antirheumatika

Steroidale Antirheumatika oder Glukokortikoide (allgemein als Kortikosteroide bekannt) haben eine entzündungshemmende (bei niedriger Dosis) und eine immunsuppressive (bei hoher Dosis) Wirkung. Daher werden sie bei der Behandlung von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Im Gegensatz zu NSAIDs haben Kortikosteroide keine eigene schmerzstillende Wirkung (abgesehen von den Schmerzen, was durch die entzündungshemmende Wirkung verursacht werden).

Sie sind nur auf Rezept erhältlich.

Welche Kontraindikationen sind bei Glukokortikoiden zu beachten?

Es gibt Kontraindikationen für diese Medikamentenklasse. Sie werden in diesen Fällen nicht empfohlen:

  • Schwere unkontrollierte psychiatrische Erkrankung
  • Aktive Infektion
  • Kürzlich erfolgte Impfung mit einem aktivierten Impfstoff

Darüber hinaus gibt es bei diesen Medikamenten auch einige Wechselwirkungen:

  • Medikamente, die das Risiko einer Hypokaliämie erhöhen, wie z.B. hypokaliämische Diuretika (Furosemid), Abführmittel, etc.
  • Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer (erhöhtes Blutungsrisiko)

Sie können während der gesamten Schwangerschaft eingesetzt werden, wenn die Erkrankung es erfordert. Sie gelten aber als Dopingmittel und müssen bei Magengeschwüren mit PPIs (Protonenpumpenhemmer) wie z.B. Pantoprazol oder Omeprazol kombiniert werden.

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2 Kommentare


Karin66
am 21.07.21

Hallo Herr de Biagi,

vielen Dank für den interessanten und ausführlichen Artikel! Es kann nicht genug über die Wirkungen und vor allem Nebenwirkungen dieser leider oftmals starken Mittel aufgeklärt werden. Zum Glück bin ich nicht darauf angewiesen, aber es ist auch wichtig, die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten genau zu kennen.

Viele Grüße

Karin


Jenny1
am 21.07.21

Serus Herr de Biagi

Karin hat recht! Medizin hat oft Wechsel Wirkungen

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