Help! Diabetisches Koma trotz Pumpe!

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Patienten Diabetes Typ 1

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Guter Ratgeber

Hallo!

Brauche heute mal eure Hilfe für eine Freundin.

Sie hat Typ-1-Diabetes und seit einem Monat eine Pumpe.

Am Samstag konnte sie gerade noch den Notarzt rufen, bevor sie in Ohnmacht fiel. Diabetisches Koma.

Sie liegt seither in der Intensivstation im Krankenhaus und hat mich von dort aus gerade angerufen.

Die Ärzte haben festgestellt, dass sie wohl schon seit ein paar Tagen nicht mehr an der Pumpe hing und nicht mehr mit Insulin versorgt wurde. Sie selbst hat es nicht gemerkt.

Sie macht sich natürlich jetzt große Sorgen und hat Angst, dass so etwas nochmals passiert.

Welche Tipps habt ihr?

Schon im Voraus vielen Dank!

Gruß

Verena

Beginn der Diskussion - 27.09.17

Help! Diabetisches Koma trotz Pumpe!


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Guter Ratgeber

Niemand?

Wer hat von euch eine Pumpe?

Brombaer

Jonas78

Help! Diabetisches Koma trotz Pumpe!


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Guter Ratgeber

Wer kann helfen?

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Guter Ratgeber

Hallihallo!

Tut mir leid für deine Freundin.

Gott sei Dank ist noch alles gut gegangen.

Hat sie keine Schulung bekomen?

Wohnt sie ganz allein?

Da komt es doch normalerweise vorher zu einem ganz starken Acetongeruch.

Gruß vom

Jonas

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Guter Ratgeber

Wer kann mehr dazu sagen?

@Binchen‍ 

vielleicht?

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Bitte??? So etwas ist doch nicht möglich? Welcher Arzt hat ihr einfach eine Pumpe ohne korrekte Schulung gegeben? Jeder Pumpenträger weiß doch das man die Pumpe nicht ablegen darf, da sonst eine potentiell tödliche Ketoazidose droht?

Wenn sie eine Schulung hatte kann sich das nur darin begründen, das der Arzt, der ihr die Pumpe verpasst hat, entweder ein absoluter Volldepp ist oder das Ganze in suizidaler Absicht geschah. Sie kann von großem Glück sprechen, wenn sie das Ganze überhaupt überlebt.

Ich bin absolut fassungslos! Ich habe seit über 25 Jahren eine Insulinpumpe und wurde damals genau über die Vorteile und Risiken einer Insulinpumpentherapie aufgeklärt. Vor 2 Jahren ist mir selbst eine Patienten begegnet die im gleichen Jahr eine Pumpe bekommen hat und nicht einmal wusste was "Ketone" sind. Was sind das für Ärzte, die absolut elementares Wissen, das lebensentscheidend ist, nicht vermitteln? Ich würde ganz klar dem Arzt einen Kunstfehler unterstellen. Wenn er diese lebenswichtige Information nicht weitergegeben bzw. geschult hat sollte er ganz klar verklagt werden. Ein Diabetiker MUSS vor Anlegen der Pumpe über solche Sachverhalte absolut aufgeklärt werden. Das ist absolutes MUSS!!!

Den Arzt der Ärztekammer melden und eine Klage in Erwägung ziehen! Solche Ärzte sollten nicht praktizieren!

Zu den Tipps bzgl. Ketoazidose. Als geschulter Diabetiker weiß man das bei zu hohen Werten auch immer Ketone geprüft werden müssen. Wenn sie tagelang nicht mehr an der Pumpe hing müssen doch die BZ-Werte angestiegen sein. Allerspätestens wenn sich eine Übelkeit dazu gesellt sollte der Typ1 Ketone prüfen. Ketone sind ein Abbauprodukt bei der Fettverbrennung. Durch absoluten Insulinmangel (wenn die Pumpe und/oder Katheter nicht funktionieren oder die Pumpe weg ist) kommt es zu einer derart extremen Fettverbrennung, das die Ketone extrem ansteigen und das Blut übersäuert wird. Diese extreme Fettverbrennung kann nur ein Typ-Diabetiker im absoluten Insulinmangel haben. Sind die Ketone so extrem hoch (in der Regel 3fach positiv) will sie der Körper um jeden Preis los haben. Er versucht sie über die Lunge abzuatmen, deshalb der komische Aceton-Geruch, oder über den Magen los zu werden, was zu schwallartigem Erbrechen führt. Allerspätestens dann sollte man massiv eingreifen. Ist man unsicher oder gar alleine absolut den Notarzt informieren und nicht abwarten. Jede Verzögerung kann tödlich enden. Leider gibt es bei der ganzen Geschichte einen Point-of-no-return, weshalb nicht abgewartet werden darf. Selbst wenn die Ärzte auf der Intensivstation die BZ-Werte ins Lot bringen kann die Übersäuerung durch die Ketone bereits derart massiv sein, das es nicht mehr reversibel ist und der Patient verstirbt. Damit ist absolut nicht zu spaßen.

Ich selbst hatte in 25 Jahren Insulinpumpe zwar schon mal einen defekten Katheter und eine Ketoazidose, aber es immer selbst wieder hinbekommen, da ich sofort eingegriffen und nicht zu lange gewartet habe. Hätte ich aber bereits schwallartiges Erbrechen würde auch ich sofort den Notarzt informieren. Abgesehen davon kann man eine Ketoazidose so gut wie immer rechtzeitig selbst feststellen, wenn der BZ regelmäßig getestet und bei abweichenden Werten auch an die Ketone gedacht wird.

Deine Freundin kann das durchaus vermeiden. Voraussetzung ist eine strukturierte Diabetesschulung, in der auch dieser Zusammenhang geschult wird - und ein fähiger Arzt. 

In der heutigen Zeit wäre das als Insulinpumpenträger absolut vermeidbar.

Ich kann Deiner Freundin nur gute Besserung wünschen und hoffen, das sie daraus lernt.

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Guter Ratgeber

Hallo Binchen,

ich habe den Eindruck, dass meine Freundin über Diabetes insgesamt nicht viel weiß.

Ob sie da jemals eine längere Schulung bekommen hat, weiß wiederum ich nicht. Ich frage sie, wenn ich sie das nächste Mal sehe.

Kann auch sein, sie hat an einer teilgenommen und nicht alles verstanden. Sie ist nämlich russische Muttersprachlerin.

Mit ihrer Pumpe scheint sie sich jedenfalls nicht auszukennen und mit der richtigen Ernährung auch nicht wirklich. Bei der Pumpe kann ich ihr auch nicht weiterhelfen, ich habe selbst keine.

Ich nehme mal an, dass es bestimmte Informationen auch in Russisch, Türkisch, Italienisch usw. gibt?

Jedenfalls war sie mit dieser Geschichte insgesamt fünf Tage auf der Intensivstation.

Seit sie wieder draußen ist, habe ich sie nur einmal kurz gesessen, kann also auch nicht sagen, ob die Ärzte da irgendwie darauf reagiert haben und sie jetzt eine entsprechende Schulung bekommt.

Ich bin aber auch sehr entsetzt.

Gruß

Verena

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Hallo Verena, ich bin ehrlich entsetzt, das sich die Ärzte offensichtlich nicht dafür interessieren wie es Deiner Freundin geht. Leider kann die Pumpe auch nicht helfen, wenn es grundsätzliche Verständigungsprobleme gibt und Deine Freundin offensichtlich von ihrer Erkrankung keine Ahnung hat. Ich würde erwägen den Diabetologen zu wechseln, evtl. auch mal in eine Diabetes-Akut-Klinik zu gehen. Es muss sich dringend etwas ändern, sonst wird sie in nicht allzu langer Zeit auch massivste Folgeschäden usw. entwickeln - und das nur, weil sie nicht gut deutsch kann. Ich komme aus dem Kopfschütteln nicht raus.

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Guter Ratgeber

Hallo @Binchen‍ ,

sie spricht schon ganz passabel Deutsch.

Allerdings weiß ich nicht, wie gut ihr Deutsch war, als ihr Diabetes diagnostiziert wurde.

Das ist schon etwa sechs Jahre hier. Die Pumpe allerdings hat sie erst im August bekommen.

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Guter Ratgeber

Akutklinik usw. wird auch schwierig. Sie hat kleine Kids und keine Großeltern. Ihr Mann ist selbstständig.

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