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Long COVID und post-traumatischer Stress: Alles, was Sie darüber wissen müssen!

Veröffentlicht am 17.03.2021 • Von Clémence Arnaud

Die Coronavirus-Pandemie hatte zahlreiche Auswirkungen auf die Bevölkerung. Über die kurzfristigen Folgen hinaus wird das Virus für einige Menschen auch langfristige Folgen haben.

Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung? Was bedeutet der Begriff „Long COVID“? Gibt es eine spezielle Betreuung bei Long COVID?

Wir sagen Ihnen alles in unserem Artikel!

Long COVID und post-traumatischer Stress: Alles, was Sie darüber wissen müssen!

Posttraumatischer Stress: Definition, Symptome und Ursachen

Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) kann das Leben einer Person in sozialer, physischer oder psychischer Hinsicht beeinflussen. Sie tritt häufig nach einem traumatischen Erlebnis auf und ist ein im Laufe der Zeit wiederkehrendes Phänomen.

Die Symptome sind identisch mit denen, die während einer Zeit schweren Stresses auftreten können, aber weitere Symptome können noch hinzukommen, wie z.B. Schlafstörungen, Panikattacken, Angstzustände, etc.

Diese Symptome können über einen kurzen Zeitraum oder über Monate, gar Jahre anhalten. Eine zeitnahe Diagnose und qualifizierte Behandlung kann diese Symptome reduzieren und verhindern, dass sie wieder auftreten.

Was ist Long COVID? 

Die Erkrankung, die durch Long COVID hervorgerufen wird, ist noch nicht vollständig erkannt oder verstanden worden. Sie steht im Zusammenhang mit der Coronavirus-Epidemie (SaRS-CoV-2) und tritt immer häufiger bei Patienten auf, die an diesem Virus erkrankt waren.

Long COVID zeigt sich bei jedem Menschen auf andere Weise, in einem mehr oder weniger schweren Ausmaß. Zu den Symptomen gehören:

  • Chronische Müdigkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Neurologische Störungen
  • Hauterkrankungen

Viele Fragen sind weiterhin unbeantwortet: Welcher kausale Zusammenhang besteht zwischen diesen Symptomen und COVID-19? Wie können akute Krankheitssymptome von solchen, die chronisch werden können, unterschieden werden?

Mehrere Studien sind in der Durchführung, um zu einem besseren Verständnis dieses Syndroms zu gelangen, so z.B. die Studie, die im Rahmen des ComPaRe-Programms der französischen Assistance publique des hôpitaux de Paris (Krankenanstaltenverbund des Großraums Paris). Die Studie ComPaRe begann Ende Oktober mit der Teilnahme von mehr als 600 Patienten, die an Long COVID leiden. Jedem Patienten wurden offene Fragen gestellt, damit er seine Symptome beschreiben konnte. Diese erste Phase brachte fast 50 verschiedene Ausprägungen von Long COVID hervor, wie in der folgenden Abbildung dargestellt.

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Quelle: APHP ComPaRe - Conséquences à long terme de la covid-19

Eine zweite Phase der Studie ist im Gange, um die Entwicklung dieser Patiententrends zu verstehen und noch stabilere Ergebnisse zu erzielen.

>>> Lesen Sie die Patientengeschichte eines Carenity-Mitglieds zu Long COVID <<<

Posttraumatische Belastungsstörung und ihre Verbindung zu COVID-19:

Für viele Menschen kann ein Aufenthalt auf der Intensivstation eine Belastungsprobe werden. Die meiste Zeit findet sich der Patient mit zahlreichen Maschinen und Geräten um ihn herum wieder, die seinen Zustand überwachen, was beängstigend sein kann. Wenn der Patient aufwacht, kann er oder sie sich verloren führen und eine harte Zeit haben, bis er/sie die Erfahrung des Krankenhausaufenthaltes verarbeitet hat.

Im Allgemeinen ist es wahrscheinlicher, dass Patienten, die sich auf der Intensivstation befanden, eher eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln als solche, die es nicht waren. Dies betrifft typischerweise vor allem junge Menschen oder Menschen ohne medizinische Vorgeschichte.

Eine Studie des Universitätsklinikums Lille mit 180 Patienten zeigte eine Prävalenz von 6,5% der Fälle von posttraumatischem Stress. Ein Bericht der regionalen Gesundheitsbehörde der französischen Region Provence-Alpes-Côte d’Azur gibt an, dass mindestens 5 500 von 133 000 Personen, die wegen COVID ins Krankenhaus eingeliefert wurden, eine PTBS entwickeln könnten.

COVID-Patienten sehen sich zunächst einmal mit einer physischen Hürde konfrontiert, die es zu überwinden gilt. In der Tat müssen einige Patienten nach einem längeren Aufenthalt auf der Intensivstation wieder lernen zu gehen oder sich selbst zu ernähren. Die zweite Hürde, die es zu überwinden gilt, ist psychologisch, mit kurz- sowie langfristigen Auswirkungen, die sich entwickeln können.

Hilfe finden: 

Es gibt eine Reihe von Initiativen, die sich um die Belange von Patienten kümmern, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, die in Verbindung zu COVID-19 steht. Hierzu kann eine Betreuung durch medizinisches Fachpersonal (Physiotherapeut, Psychologe, etc) gehören, je nach den Bedürfnissen des Patienten.

In Deutschland starteten die Ministerien für Gesundheit, Arbeit und Bildung am 05. Oktober 2020 gemeinsam mit einem Bündnis aus über 50 Institution aus dem Bereich der Prävention die Initiative „Offensive Psychische Gesundheit“ zum gesellschaftlichen Umgang mit psychischen Belastungen.

Vom 15. bis 19. März findet eine Aktionswoche mit kostenlosen Online-Veranstaltungen statt, durch die Sie mehr über psychische Gesundheit sowie Präventions- und Hilfsangebote erfahren können.

Wenden Sie sich darüber hinaus gerne an das medizinische Fachpersonal, um mehr über die Initiativen in Ihrer Nähe zu erfahren.

War dieser Artikel hilfreich für Sie? Haben Sie selbst Symptome von Long COVID?
Gerne können Sie Ihre Gedanken und Fragen in den untenstehenden Kommentaren mitteilen!
Alles Gute!


1 Kommentar


biggi1964
am 18.03.21

das ist ein wichtiges Thema, auch in meiner Klinik wurde eine Ambulanzsprechstunde eingerichtet

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