Patienteninterview: Was hilft bei chronischen Kopfschmerzen?

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Patienten Chronische Schmerzen

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Guter Ratgeber

"Ich dachte, ich muss das aushalten"

Eine Patientin erzählt, wie sie gelernt hat, mit ihren chronischen Kopfschmerzen zu leben – und welche Strategien ihr geholfen haben.

Vor etwa zehn Jahren musste Birgit Schmitz operiert werden. Die Ärzte verschlossen eine Fistel in der Hirnhaut, das ist eine Fehlbildung zwischen einer Arterie und einer Vene. Nach mehreren Eingriffen war das Problem behoben, doch von da an litt Birgit Schmitz unter Kopfschmerzen. Eine Erfahrung, die ihr Leben veränderte.

DIE ZEIT: Haben Sie gerade Kopfschmerzen?

Birgit Schmitz: In diesem Moment nicht, inzwischen bin ich durch Medikamente und Sport meistens schmerzfrei, ich habe lange stabile Phasen. Vor zwei Wochen hatte ich die letzte schlimme Attacke,

ZEIT: Wie fühlte sich das an?

Schmitz: Wie meistens begannen erst einzelne Punkte im Gesicht zu schmerzen, an den Wangen, der Stirn, dem Kinn, der Nase. Dann wurde die linke Schädeldecke heiß, ich fühlte ein Stechen. Als Nächstes stellte sich wie üblich der dumpfe Kopfschmerz ein, der sich wie ein stählernes Band um den Schädel legt und mehrere Tage anhält.

ZEIT: Wie sind Ihre Schmerzen chronisch geworden?

Schmitz: Nach der Operation hatte ich immer wieder Kopfschmerzen. Mal waren sie ein paar Tage lang weg, dann kamen sie wieder. Nach drei Monaten hatte ich plötzlich jeden Tag permanent Schmerzen.

ZEIT: Haben Sie Tabletten genommen?

chmitz: Nur wenige. Ich dachte, ich muss das aushalten. Im Nachhinein erklärten mir Schmerzmediziner, dass die Kopfschmerzen nur anfangs eine Reaktion auf die Operation gewesen waren. Nach drei Monaten seien sie chronisch geworden, sie hätten sich verselbstständigt. Man hätte die Kopfschmerzen sofort behandeln müssen, sagten sie. Dann wären sie vielleicht nicht chronisch geworden.

ZEIT: Quält Sie der Gedanke, dass man das womöglich hätte verhindern können?

Schmitz: Nein. Aber ich habe mein Buch auch geschrieben, um an andere Schmerzpatienten zu appellieren. Ich selbst habe meine Schmerzen am Anfang zu wenig ernst genommen und später, als sie chronisch waren, zu ernst. Ich vermute, dass es anderen Patienten auch so geht. Meine Erfahrung liegt nun schon einige Jahre zurück, aber ich höre immer noch so oft von Bekannten, dass sie keine richtige Hilfe bekommen und denken, sie müssten den Schmerz ertragen. Viele leiden, weil sie nicht wissen, dass ein Schmerztherapeut ihnen das Leben leichter machen könnte.

ZEIT: Wann haben Sie verstanden, dass der Schmerz selbst die Krankheit ist?

Schmitz: Das hat lange gedauert. Dabei bekam ich die Diagnose "chronischer Spannungskopfschmerz" schon früh. Alle Ärzte sagten mir, es spiele jetzt keine Rolle mehr, ob bei der Operation jemand einen Nerv verletzt habe oder ob etwas anderes schiefgelaufen sei. Trotzdem suchte ich verbissen nach einer Ursache und las noch etwa ein Jahr lang viel darüber, was bei dem Eingriff alles schiefgehen kann. Dann dauerte es weitere Jahre, in denen ich von Fasten bis zu Wunderheilern alles Mögliche ausprobierte. Erst als ich akzeptieren konnte, dass mich niemand innerhalb von kürzester Zeit gesund machen würde, begann es mir besser zu gehen.

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Beginn der Diskussion - 25.05.16

Patienteninterview: Was hilft bei chronischen Kopfschmerzen?


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Guter Ratgeber

Das ist ja das Dilemma. Jeder Arzt sagt, man muss keinen Schmerz aushalten. Nur welchen Weg ich gehen
muss, um zum richtigen Arzt zu gelangen, dass sagt niemand.Jeder Schmerz verselbstständigt sich nach einer gewissen Zeit und wird chronisch. Dann sind alle Messen gesungen und man muß damit leben oder auch nicht.....! Es gibt viele, die nicht mehr ein noch aus wissen und dann zum letzten Mittel greifen. Und sowas dürfte es in unserer zivilisierten und medizinisch hoch entwickelten Gesellschaft überhaupt NICHT geben.

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