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Krebserkrankungen bei Männern, die ersten Betroffenen dieser Krankheiten

Veröffentlicht am 01.11.2021 • Aktualisiert am 02.11.2021 • Von Claudia Lima

November ist der Monat der Krebsprävention für Männer, eine Gelegenheit, um das Bewusstsein für Krebs bei Männern zu schärfen.

Krebs entstammt einer Fehlfunktion der Körperzellen, die verschiedene Teile des Körpers betreffen kann.
Obwohl die meisten Krebsarten sowohl Männer als auch Frauen betreffen, gibt es einige, die mehr oder sogar ausschließlich Männer betreffen. Welche sind das? Wie können sie verhindert und entdeckt werden? 

Wenn Sie Antworten wünschen, sagen wir Ihnen alles in unserem Artikel! 

Krebserkrankungen bei Männern, die ersten Betroffenen dieser Krankheiten

Im Jahr 2018 gab es weltweit schätzungsweise 18,1 Millionen neue Krebsfälle.
Einer von fünf Männern und eine von sechs Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens daran. 

2016 gab es in Deutschland 492 000 neue Fälle, 57% davon bei Männern. Krebs ist die dritthäufigste Todesursache bei Männern und Frauen. Wir gehören somit zu den europäischen Ländern mit einer hohen Krebsinzidenzrate und einer hohen Sterblichkeitsrate durch Krebs, insbesondere bei Männern.

Die häufigsten Krebsarten sind Prostatakrebs, Brustkrebs, Dickdarmkrebs, Enddarmkrebs und Lungenkrebs.

Überblick über Krebserkrankungen bei Männern

Abgesehen von geschlechtsspezifischen Krebsarten sind Männer von allen Krebsarten betroffen: Gehirn, HNO, Verdauungstrakt, Blut, Haut, Knochenmark.

Die für Männer spezifischen Krebsarten sind Prostatakrebs, der mit 58 800 Fällen im Jahr 2017 am häufigsten vorkommt, und Hodenkrebs mit 4 100 Fällen.

Männer sind auch häufiger von Mund- und Kehlkopfkrebs (9 700 Fälle pro Jahr), Nierenkrebs (9 200 Fälle), Blasenkrebs (12 200 Fälle), Leberkrebs (6 220 Fälle) und Lungenkrebs (35 000 Fälle) betroffen.

Was die Sterblichkeit betrifft, so ist Lungenkrebs die Krebsart mit den meisten Todesfällen bei Männern (29 300 Todesfälle), gefolgt von Prostatakrebs (14 400) und Darmkrebs (13 400).

Es sei darauf hingewiesen, dass es Brustkrebs bei Männern gibt, der weniger als 1% der Krebserkrankungen bei Männern ausmacht, aber nicht vernachlässigt werden sollte.

Was sind die Ursachen für Krebs bei Männern? 

Heute können 40% der Krebserkrankungen verhindert werden, unabhängig vom Geschlecht. Die Hauptrisikofaktoren für Männer und Frauen sind Rauchen, Alkohol, unausgewogene Ernährung und unter anderem Übergewicht.

Was sind sie und inwiefern sind diese Faktoren verantwortlich? 

Tabak: für 29% der Neuerkrankungen bei Männern verantwortlich. Er ist die Hauptursache für Lungen-, Lippen-, Mund- und Kehlkopfkrebs.

Alkohol: Fast eine von zehn Krebserkrankungen bei Männern kann auf aktuellen oder früheren Alkoholkonsum zurückgeführt werden. Darüber hinaus scheint ein übermäßiger Konsum ein Risikofaktor für die Verschlimmerung von Prostatakrebs zu sein.

Ernährung: Etwa 6% der Neuerkrankungen bei Männern sind auf den regelmäßigen Verzehr von gesättigten Fettensäuren (Butter, Käse) und verarbeitetem Fleisch (Aufschnitt, Speck, Wurst, etc.) zurückzuführen. Dies kann das Risiko für Prostatakrebs verdoppeln.

Übergewicht und Fettleibigkeit: 67% der deutschen Männer sind übergewichtig, 23% sind adipös. Bauchfettleibigkeit gilt als ein Faktor, der die Entstehung von Prostatakrebs begünstigt, da aus dem Bauchfettgewebe Wachstumsfaktoren für die Tumorzellen freigesetzt werden und Hyperandrogenismus besonders schädlich für männliche hormonabhängige Krebsarten ist.

Familienanamnese
: Es wird angenommen, dass fast 10% der Prostatakrebsfälle erblich bedingt sind.

Bestimmte berufliche Expositionen
: verantwortlich für 5,7% der neuen Krebsfälle bei Männern.

Wie können sie frühzeitig erkannt werden? 

Ziel der Krebsfrüherkennung ist es, in einem frühen Stadium der Krankheit eingreifen zu können, um die Behandlung von Krebserkrankungen und deren Symptomen zu verbessern. Es gibt von den Behörden organisierte Vorsorgeprogramme, wie die organisierte Darmkrebsvorsorge, und individuelle Vorsorgeuntersuchungen, die von Ärzten verordnet werden.

Ab dem Alter von 45 Jahren wird jährlich eine Vorsorgeuntersuchung für Prostata- und Hodenkrebs von den Krankenkassen übernommen und es gibt einen Früherkennungsprozess, über den Männer Bescheid wissen müssen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können.

Was den Prostatakrebs betrifft, so haben die Ärzte die Möglichkeit, bei Männern über 50 Jahren, deren Familienanamnese statistisch darauf hindeutet, dass sie diesen Krebs geerbt haben, eine frühzeitige Diagnose zu stellen. Diese besteht aus einer rektalen Untersuchung und einem Bluttest zur Messung des prostataspezifischen Antigens (PSA), einem zuverlässigen Marker für die Aktivität der Prostata und damit für Krebs.

Bei Hodenkrebs kann die Diagnose durch eine klinische Untersuchung, eine Abtastung bei Männern zwischen 20 und 30 Jahren und bei Männern über 60 Jahren sowie bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Hodenkryptorchismus (Fehlen oder Verlagerung eines Hodens) gestellt werden.

Eine der bekanntesten Bewegungen zur Sensibilisierung für Männerkrebs ist der Movember, dem wir einen Artikel bei Carenity gewidmet haben: Der „Movember“ steht im Zeichen des Prostatakrebses.

Wie werden diese Krebsarten behandelt?  

Die Krebsbehandlung ist für Männer und Frauen gleich. Sie werden als „traditionell“ bezeichnet und umfassen Chemotherapie, Strahlentherapie und Operationen.

Genauer gesagt handelt es sich bei der Operation, wenn sie für notwendig erachtet wird, um eine Orchiektomie zur Entfernung des erkrankten Hodens und um eine Prostatektomie bei Prostatakrebs.

Darüber hinaus hat sich die Palette der Krebsbehandlungen mit dem Aufkommen neuer Medikamente, der so genannten Hormontherapie und der Immuntherapie, revolutioniert.

Wie kann man Krebserkrankungen bei Männern vorbeugen?

Da die Hauptrisikofaktoren u.a. mit Rauchen, Alkoholkonsum und unausgewogener Ernährung zusammenhängen, hier einige Tipps zur Vorbeugung dieser männlichen Krebsarten: 

  • Mit dem Rauchen aufhören
  • Mäßigung oder sogar Verzicht auf Alkohol
  • Eine ausgewogene Ernährung
  • Regelmäßige körperliche Betätigung entsprechend den eigenen Fähigkeiten
  • Schutz vor UV-Strahlen

Und danach? 

Nach der Behandlung müssen die Nachwirkungen der Krankheit und der verwendeten Behandlungen berücksichtigt werden. Dies können Schmerzen, Müdigkeit (35,7% der Männer), Einschränkungen bei körperlichen Aktivitäten (48,8%) und psychische Beeinträchtigungen sein.

Natürlich werden Nachsorge- und Überwachungsmaßnahmen ergriffen, um ein Wiederauftreten der Krebserkrankung zu verhindern und Unterstützungsleistungen zu koordinieren, um die Lebensqualität zu erhalten. Die Modalitäten und der Rhythmus dieser Nachsorge werden von Fall zu Fall festgelegt.

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Alles Gute!



avatar Claudia Lima

Autor: Claudia Lima, Gesundheitsredakteurin

Claudia ist Content Creator bei Carenity und hat sich auf das Schreiben von Gesundheitsartikeln spezialisiert.

Claudia hat einen MBA in Vertriebs- und Marketingmanagement und bildet sich im Bereich Digital... >> Mehr erfahren

Wer hat es korrigiert: Charlotte Avril, Pharmazeutin, Data Scientist

Charlotte ist promovierte Pharmazeutin und hat einen Master-Abschluss in Pharma- und Biotechnologiemanagement von der ESCP. Ihr besonderes Interesse gilt den Bereichen E-Health, Health Tech, seltene Krankheiten und... >> Mehr erfahren

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