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Patienten Diabetes Typ 2

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Guter Ratgeber

Typ-2-Diabetes individuell behandeln

Das Risiko, Typ-2-Diabetes zu entwickeln, ist individuell verschieden. Patienten, bei denen Typ-2-Diabetes festgestellt wurde, werden jedoch in der Regel sehr ähnlich behandelt. Forscher in Schweden wollen dies nun ändern und unterteilen Diabetiker hierfür in fünf verschiedene Untergruppen, die eine individuellere Therapie ermöglichen sollen.

Unterschieden werden Typ-2-Diabetiker dabei im Hinblick auf Spätkomplikationen. Laut den Autoren der ANDIS-Studie, in der alle neuen Fälle von Diabetes in einer bestimmten Region Schwedens registriert werden, ist eine Diagnose, die allein auf einer Messung des Blutzuckers beruht, zu ungenau.

Während der Studie der Lund-Universität wurden fast zehn Jahre lang über 13 000 neu diagnostizierte Diabetiker im Alter zwischen 18 und 97 Jahren "überwacht". Als Messvariablen dienten dabei das Alter bei der Diagnose, der BMI, der HbA1c-Wert, die Insulin-Resistenz, die ß-Zellfunktion sowie GADA (Glutamatdecarboxylase-Antikörper zur Identifizierung von Patienten mit Autoimmundiabetes).

Beim größten Teil der Patienten handelte es sich um Typ-2-Diabetiker.

Unterteilt wurden Diabetiker in folgende fünf Untergruppen:

1. SAID (Schwerer Autoimmun-Diabetes)
Diese Gruppe entspricht im Wesentlichen dem Typ-1-Diabetes sowie dem spät einsetzenden Diabetes-Typ LADA (Latent Autoimmune Diabetes in Adults). Kennzeichnend für diesen Diabetes sind ein junges Alter bei der Erkrankung, eine gestörte Insulinproduktion, eine schlechte metabolische Kontrolle sowie GADA-Antikörper.

2.  SIDD (Schwerer Insulin-defizienter Diabetes)

Diese Gruppe weist die meisten Fälle an Retinopathien auf. Die HbA1c-Werte der Patienten sind ferner sehr hoch, die Insulin-Resistenz moderat und die Insulin-Sekretion gestört.

3. SIRD (Schwerer Insulin-resistenter Diabetes)

Diese Gruppe zeigte in der Studie die höchste Anzahl an Nierenschäden. Weitere charakteristische Merkmale sind eine stark ausgeprägte Insulin-Resistenz sowie Adipositas.

4. MOD (Milder Adipositas-assoziierter Diabetes)

Zu dieser Gruppe gehören Menschen, die fettleibig sind und in relativ jungen Jahren an Diabetes erkranken.

5. MARD (Milder altersbedingter Diabetes)

Bei dieser Gruppe handelt es sich um die größte Gruppe an Typ-2-Diabetikern.

Was bedeutet dies für die Behandlung von Diabetes?

Laut den Autoren der Studie wurde die Gruppe Nr. 3 (SIRD) bisher nicht korrekt behandelt. So sei in ihrer bisherigen Therapie das Risiko von Nierenschäden nicht genügend berücksichtigt worden. Die Therapie dieser Gruppe müsse sich daher in Zukunft ändern.

Quelle:

Altersdiabetes ist nicht gleich Altersdiabetes

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