Alle Informationen über Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) handelt es sich um eine dauerhafte, fortschreitende Erkrankung der Bronchien, bei der es zu einer Reduzierung des Atemvolumens kommt.

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COPD: Alles, was Sie wissen müssen!

Was ist COPD?

Definition

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege (insbesondere der Bronchien). Sie verursacht eine dauerhafte und fortschreitende Obstruktion der Atemwege, die die Ursache verschiedener Atembeschwerden ist und mit einer Zerstörung des Lungenparenchyms, genannt Emphysem, einhergeht.

Die Erkrankung ist hauptsächlich auf das Rauchen (aktiv oder passiv) zurückzuführen und verläuft in mehreren Stadien. Sie beginnt mit einer einfachen chronischen Bronchitis, die sich zu einer chronisch-obstruktiven Bronchitis entwickelt und mit einem Emphysem (d.h. einer Zerstörung der Auskleidung der Lungenbläschen) endet.

Man beobachtet somit eine Störung des Gasaustausches, was zu einer Schädigung der Atemmuskulatur in Verbindung mit Ateminsuffizienz, pulmonaler Hypertonie sowie systemischen (auf den ganzen Organismus bezogen) Auswirkungen wie Osteoporose und Depression führt.

Es gibt verschiedene Stadien von COPD, die anhand des GOLD-Schemas bewertet werden:

  • GOLD I (leicht): FEV1 ≥ 80 % des Sollwertes
  • GOLD II (mittel): FEV1< 80 % und ≥ 50 % des Sollwertes
  • GOLD III (schwer): FEV1 < 50 % und ≥ 30 % des Sollwertes
  • GOLD IV (sehr schwer): FEV1 < 30 % des Sollwertes

Hinzu kommt noch eine Bewertung anhand von GOLD A-D, die den Schweregrad der Symptome angibt:

  • GOLD A: 0 bis 1 Exazerbation im letzten Jahr sowie CAT < 10; mMRC 0 bis 1
  • GOLD B: 0 bis 1 Exazerbation im letzten Jahr sowie CAT ≥ 10; mMRC ≥ 2
  • GOLD C: ≥ 2 Exazerbationen im letzten Jahr, wovon mindestens eine im Krankenhaus behandelt werden musste sowie CAT < 10; mMRC 0 bis 1
  • GOLD D: ≥ 2 Exazerbationen im letzten Jahr, wovon mindestens eine im Krankenhaus behandelt werden musste sowie CAT ≥ 10; mMRC ≥ 2

Beide GOLD-Schemas werden miteinander kombiniert.

Kommt COPD häufig vor?

COPD ist eine häufige, wenn auch oft unterdiagnostizierte Erkrankung. Der WHO (Weltgesundheitsorganisation) zufolge litten im Jahr 2016 251 Millionen Menschen an COPD und sie könnte 2030 zur dritthäufigsten Todesursache weltweit werden.

In Deutschland litten laut einer Studie im Jahre 2010 etwa 6,8 Millionen Menschen an COPD (aber diese Zahlen sind aufgrund der verzögerten Diagnose wahrscheinlich zu niedrig).

In der Vergangenheit waren Männer häufiger von COPD erkrankt als Frauen, heute betrifft diese Erkrankung aber praktisch genauso viele Männer wie Frauen. Dies ist vor allem auf eine Verbreitung des Rauchens bei Frauen zurückzuführen.

Die Mortalität von COPD ist hoch (schätzungsweise über 20 000 Todesfälle pro Jahr).

Symptome und Komplikationen bei COPD

COPD ist eine Erkrankung, die sich langsam und schleichend entwickelt. Daher wird sie oft unterschätzt. Ihre wichtigsten Symptome sind Husten, häufige Sputum-Produktion (Auswurf mit Schleim) und Dyspnoe (Atemnot) mehr oder weniger stark, je nach Stadium der Erkrankung. Diese Symptome treten in der Regel im Alter von 40 bis 50 Jahren auf.

Beim mMRC-Grad (Modified Medical Research Council) werden fünf Stadien beobachtet:

  • mMRC-Grad 0: Atemnot bei schweren Anstrengungen
  • mMRC Grad I: Atemnot bei schnellem Gehen oder bei leichten Anstiegen
  • mMRC-Grad II: Langsameres Gehen als Gleichaltrige aufgrund von Atemnot
  • mMRC Grad III: Atemnot bei Gehstrecke um 100 m
  • mMRC-Grad IV: Atemnot beim An-/Ausziehen

Diese verschiedenen Phasen der Krankheitsentwicklung können von Perioden mit Verschlechterungen (Exazerbationen) unterbrochen werden: d.h. eine Verschlimmerung des Hustens, des Auswurfs und insbesondere der Dyspnoe. Sie können eine medizinische Notfallbetreuung oder gar einen Krankenhausaufenthalt erfordern und zum Tode führen (Superinfektion, respiratorische Dekompensation, etc.).

Darüber hinaus hat ein COPD-Patient sehr oft weitere Komorbiditäten (d.h. Erkrankungen, die mit der Grunderkrankung verbunden sind). Sie können herzbezogen (z.B.: Bluthochdruck), stoffwechselbezogen (z.B.: Mangelernährung oder Gewichtsverlust), muskulär (z.B.: periphere Muskelschwäche), skelettbezogen (z.B.: Osteoporose) und neurologisch (z.B.: Angstzustände, Depression) sein. Diese Komorbiditäten können mit allen entzündlichen Prozessen, die durch COPD verursacht werden, in Verbindung stehen: Dies wird als oxidativer Stress (Angriff auf die Körperzellen durch oxidierende Moleküle) bezeichnet.

Ursachen und Risikofaktoren von COPD

Tabak (aktive oder passive Belastung, einschließlich Passivrauchen während der Schwangerschaft) stellt den Risikofaktor Nummer Eins dar und soll der Grund für 80% der COPD-Fälle sein.

Andere Risikofaktoren können ebenfalls eine Rolle spielen, insbesondere wenn es um die Entstehung und Verschlimmerung der Symptome geht:

  • Luftverschmutzung in Innenräumen, z.B. durch Verwendung von Brennstoffen zum Kochen und Heizen (Kohlenmonoxid oder CO), aber auch das Vorhandensein von Schimmel;
  • Luftverschmutzung im äußeren Bereich (Kohlenmonoxid, flüchtige organische Verbindungen, Ozon, Stickstoffdioxid, Feinstaub, …)
  • Staub (Kieselerde, Kohl) und Chemikalien (Dämpfe, Reiztstoffe, Rauch) im beruflichen Rahmen ausgesetzt sein
  • Häufige Infektionen der unteren Atemwege im Kindesalter (Bronchitis, Bronchiolitis, Grippe und Lungenentzündung)
  • Der Gebrauch von Inhalationsmitteln wie Cannabis

Diagnose von COPD

Die Diagnose von COPD kann bei einem Raucher getroffen werden, wenn:

  • Eines der folgenden Anzeichen vorhanden ist: täglicher Husten und Auswurf (> 2-3 Monate im Jahr), fortschreitende und andauernde Dyspnoe, die bei Anstrengung oder nach einer Bronchitis auftritt oder sich verschlimmert
  • Die Person ist toxischen Substanzen oder Reizstoffen, darunter Tabak, ausgesetzt (am Arbeitsplatz oder zu Hause)
  • Das forcierte expiratorische Volumen in einer Sekunde (FEV1) des Patienten ist vermindert

Die Diagnose basiert somit auf der Untersuchung der Lungenfunktion. Diese erfolgt mit der Hilfe eines Spirometers: Es handelt sich um ein elektronisches Gerät, das mit einem Mundstück ausgestattet ist, in das der Patient hineinpustet. Die Methode erlaubt es, das mobilisierbare Atemvolumen einer Person zu bewerten und eine nahezu irreversible obstruktive Ventilationsstörung im Falle einer COPD zu zeigen.

Man beobachtet also:

  • Eine Verringerung des FEV1 (forciertes exspiratorisches Volumen in einer Sekunde): Es hat einen prognostischen Wert und erlaubt die Einschätzung des Stadiums der Krankheit
  • Der Tiffeneau-Index, der dem Verhältnis von FEV1 zur forcierten Vitalkapazität (FVK) * in Prozent entspricht: (FEV1/FVK) < 70

* Die forcierte Vitalkapazität (FVK) entspricht dem maximalen Volumen, da seine Person nach einer maximalen Einatmung ausatmen kann.

Diese Untersuchung wird durch eine Plethysmographie ergänzt, die die nicht mobilisierbaren Luftvolumina in der Lunge misst. Aufgrund des Emphysems kommt es zu Lufteinschlüssen, die eine pulmonale Dilatation (Zunahme der Gesamtlungenkapazität) hervorrufen.
Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs sollte realisiert werden: Diese zeigt oft eine Thoraxdehnung sowie eine Verdünnung des Gefäßnetzes, was auf ein Emphysem hinweist. Sie ermöglicht auch die Suche nach Erkrankungen, die bei Rauchern oft vorkommen, z.B. Lungenkrebs oder kardiale Anomalien.

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Behandlung von COPD

Das Ziel jeglicher Behandlungsarten bei COPD ist es, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Sie helfen ebenfalls die Symptome zu lindern, die Belastungstoleranz und die Lebensqualität zu verbessern und Komplikationen sowie Exazerbationen zu verhindern bzw. zu behandeln. Sie tragen auch dazu bei, die Mortalität durch COPD zu reduzieren.

Vorbeugende Maßnahmen für alle Stadien der Krankheit

Der erste Schritt bei der Behandlung von COPD besteht darin, die Risikofaktoren zu reduzieren oder auszuschalten. Eine Entwöhnung vom Rauchen ist unerlässlich und muss so bald wie möglich unternommen werden (es handelt sich um die wichtigste Behandlungsart beim FEV1-Abfall).

Die Bewertung der Tabakabhängigkeit kann mit Hilfe des Fagerström-Tests durchgeführt werden. Pharmakologische Behandlungen sind ebenfalls einsetzbar: Nikotinersatzmittel existieren in verschiedenen Formen (Tabletten, Kaugummis, Lutschtabletten, Pflaster, Inhalatoren, Nasensprays, …). Wenn angstauslösende sowie depressive Faktoren oder Suchtverhalten mit dem Tabakkonsum einhergehen, können Medikamente wie Vareniclin (Champix®) oder Bupropion (Zyban®) in Betracht gezogen werden. Auch eine kognitive Verhaltenstherapie (CBT) oder Hypnose können eine Option darstellen. Schließlich kann eine psychologische Begleitung sehr nützlich sein, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Darüber hinaus ist es wichtig, das Auftreten von infektiösen Episoden zu verhindern. Dazu ist es wichtig, sich regelmäßig und sorgfältig die Hände zu waschen, Mund- und Rachenraum in gutem Zustand zu halten, die Nasenhöhlen zu spülen sowie die Umgebung und Geräte regelmäßig zu desinfizieren. Die Grippeimpfung wird jedes Jahr und die Pneumokokkenimpfung alle fünf Jahre empfohlen.

Zu den vorbeugenden Maßnahmen für alle Stadien der Krankheit gehört es ebenfalls zu vermeiden, sich Schadstoffen, toxischen oder reizenden Substanzen auszusetzen, sei es im professionellen oder privaten Bereich (Siliziumdioxid, Kohlenstaub, Pflanzenstaub, Schimmel, …). Es ist möglich, den Rat eines Betriebsarztes einzuholen. Wichtig ist auch, den Innenraum regelmäßig zu lüften (besonders nach der Verwendung von chemischen Produkten beim Putzen).

Symptomatische Behandlung von COPD

Zusätzlich zu diesen vorbeugenden Maßnahmen wird eine medikamentöse Behandlung der Symptome verordnet. Diese variiert je nach Stadium der Erkrankung. Im Allgemeinen wird empfohlen:

  • Inhalation eines kurzwirksamen Bronchodilatators* bei Bedarf, in jedem Stadium der Erkrankung
  • Zweimal täglich ein inhalativer langwirksamer Bronchodilatator**, vom zweiten (moderat) bis fünften Stadium (sehr schwer)
  • Zweimal täglich Inhalation einer festen Kombination aus Kortikosteroiden und einem langwirksamen Bronchodilatator***, vom dritten (schwer) bis fünften (sehr schwer) Stadium

Schließlich sollte eine Langzeit-Sauerstofftherapie ab dem vierten Stadium und bei einer chronischen respiratorischen Insuffizienz (CRI) in Betracht gezogen werden.

Es gilt zu beachten, dass auch Beta2-Agonisten (die eine Bronchialdilatation bewirken) mit sehr langer Wirkdauer gibt, wie Indacaterol (Onbrez®) und Olodaterol (Striverdi® Respimat®), sowie Anticholinergika, wie Glycopyrronium (Seebri®), Umeclidinium (Incruse® Ellipta®) und Tiotropium (Spiriva® Respimat®) mit sehr langer Wirkdauer. Sie sollten einmal am Tag verabreicht werden.

Ein Beta2-Agonist kann auch mit einem Anticholinergikum kombiniert werden: kurzwirkend, wenn Ipratropium mit Fenoterol (Bronchodual®) kombiniert wird, oder langwirkend wie Umeclidinium in Kombination mit Vilanterol (Anoro®), Glycopyrronium in Verbindung mit Indacaterol (Ultibro® Breezhaler®) und Tiotropium mit Olodaterol (Spiolto®).

Schließlich gibt es auch eine Kombination aus Beta2-Agonisten und Kortikosteroiden, die sehr langwirkend sind, wie z.B. Vilanterol in Kombination mit Fluticasonfuroat (Relvar® Ellipta®), das einmal täglich anzuwenden ist.

Darüber hinaus zielt die respiratorische Rehabilitation darauf ab, die Dyspnoe zu reduzieren, das Handicap zu verringern und die Lebensqualität sowie die Unabhängigkeit zu erhöhen. Sie besteht aus einem Belastungstraining durch Atem- und Muskelübungen (Ergometer, Laufband, Rudergerät) und einer Atemphysiotherapie, die eine Bronchialdrainage ermöglicht. Dies kann im Krankenhaus, in spezialisierten Zentren oder zu Hause stattfinden.

In sehr schweren Fällen der Erkrankung (arterieller Sauerstoffpartialdruck PaO2 ≤ 55 mmHg oder PaO2 ≤ 60 mmHg in Verbindung mit einer Rechtsherzinsuffizienz, einer pulmonalen Hypertonie, einer Erhöhung der roten Blutkörperchen oder Polyglobulie oder auch einer Abnahme der Sauerstoffsättigung in der Nacht, auch nächtliche Entsättigung genannt) kann eine Langzeit-Sauerstofftherapie (>3 Monate) mit einer Rate von mindestens 15h pro Tag in Betracht gezogen werden. Diese ermöglicht eine Verbesserung der Lebensqualität des Patienten und verringert die Anzahl der Exazerbationen, verändert aber nicht die Prognose bei COPD. Sie besteht darin, den Patienten ein Gemisch einatmen zu lassen, das reicher an Sauerstoff (O2) ist, als die zirkulierende Luft. Das Ziel ist die Aufrechterhaltung von:

  • Ein PaO2 > 60 mmHg (die normalen Werte bewegen sich zwischen 80 und 100 mmHg)
  • Eine Sauerstoffsättigung des Hämoglobins (Protein der roten Blutkörperchen, das Sauerstoff oder O2 bindet) des arteriellen Blutes SaO2 ≥ 90 %. Der normale Wert liegt bei > 95%.

Mukolytika (auch Bronchialverdünner oder Expektorantien genannt) dürfen nicht verwendet werden. In der Tat erhöhen diese Medikamente das Volumen der Bronchialsekrete (Schleim) und können die bronchiale Obstruktion verstärken, wenn der Patient Schwierigkeiten beim Abhusten hat.

Ebenso sind Hustenstiller (gegen den Husten) bei COPD nicht angeraten, im Gegenteil: Das Husten muss respektiert und durch physiotherapeutische Techniken zur Drainage der bronchialen Hypersekretion eingesetzt werden.

Management der COPD-Exazerbationen

Eine COPD-Exazerbation entspricht einer Verschlimmerung der Symptome, die den Erkrankten dazu veranlasst, so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen. Oftmals steht diese in Verbindung zu einer Infektion der Atemwege.

Beim Fehlen erschwerender Kriterien (Dyspnoe im Ruhezustand, Zyanose, Bewusstseinsstörungen, …) erfolgt die Betreuung ambulant (Behandlung ohne Krankenhausaufenthalt, für einige Stunden) unter Hinzuziehung des Hausarztes oder des Pneumologen, danach wird die Behandlung angepasst (falls nötig mit einer Erhöhung der bronchienerweiternden Medikamente).

Bei schweren Anzeichen (mit FEV1 <30% und Sauerstoffpartialdruck oder PaO2 <60 mmHg) oder einer sekundären Verschlechterung, muss die Behandlung umgehend im Krankenhaus erfolgen.

Eine Sauerstofftherapie, um eine Sauerstoffsättigung oder SaO2 > 90% zu erreichen, eine medikamentöse Antibiotikatherapie für 7 bis 14 Tage sowie eine Behandlung mit Bronchodilatatoren (Spray, Inhalator, Dosieraerosol) und Physiotherapie zur Drainage der Bronchien werden in die Wege geleitet. Kortikosteroide werden nicht systematisch eingesetzt.

Leben mit COPD

Überwachung der Krankheit

Die klinische Überwachung, Rhythmus und Organisation der Betreuung durch den Hausarzt, den Pneumologen und dem anderen medizinischen Fachpersonal hängen vom Stadium sowie den verbundenen Komorbiditäten (Mangelernährung, Angst, Depression, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, …) des Patienten ab.

In den Stadien 1 und 2 sollte der Hausarzt ein- bis zweimal im Jahr konsultiert und bei Bedarf die Meinung des Pneumologen eingeholt werden.

Im 3. Stadium sollte der Hausarzt alle drei Monate und der Pneumologe einmal im Jahr aufgesucht werden. Im 4. Stadium werden ein monatlicher Besuch beim Hausarzt sowie alle sechs Monate beim Pneumologen empfohlen. Natürlich sind diese Besuche je nach Notwendigkeit anzupassen.

Die klinische Beurteilung ist bei allen Stadien der Erkrankung notwendig (Tabakkonsum, toxischen Stoffen ausgesetzt sein, Verträglichkeit und Einhaltung der Behandlung, Techniken zur Verwendung der Inhalationsgeräte, …). Die Einbeziehung von anderen Spezialisten (Physiotherapeut, Kardiologe, Psychologe, Ernährungsberater, …) kann von Nutzen sein. Wenn der Patient nicht mit dem Rauchen aufgehört hat, ist es ratsam, einen Berater oder ein Zentrum diesbezüglich aufzusuchen.

Ab dem 2. Stadium wird ein Rehabilitationsprogramm der Atemwege eingeleitet.

Im 3. und 4. Stadium wird die Notwendigkeit einer Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT) und/oder einer nicht-invasiven Beatmung (NIV) bewertet.

Zuletzt erfolgt noch eine globale Bewertung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Erwartungen des Patienten, eine Schätzung des Dyspnoe-Scores* und die Durchführung eines sechsminütigen Gehtests durch den Pneumologen oder den Arzt für physikalische und rehabilitative Medizin.

* Der mMRC-Grad erlaubt die Schätzung des Dyspnoe-Scores:

mMRC-Grad 0: Atemnot bei schweren Anstrengungen
mMRC Grad I: Atemnot bei schnellem Gehen oder bei leichten Anstiegen
mMRC-Grad II: Langsameres Gehen als Gleichaltrige aufgrund von Atemnot
mMRC Grad III: Atemnot bei Gehstrecke um 100 m
mMRC-Grad IV: Atemnot beim An-/Ausziehen

Der Rhythmus des Lungenfunktionstests wird an den Zustand des Patienten angepasst. Eine Blutgasanalyse sollte bei einer Verschlechterung der COPD ebenfalls durchgeführt werden. Ab dem 3. Stadium sollte ein Hämogramm oder ein großes Blutbild, einschließlich einer Beurteilung der Anzahl der Blutplättchen, einmal pro Jahr durchgeführt werden, um das Vorhandensein einer Polyzythämie (zu viele rote Blutkörperchen) oder das Gegenteil: eine Anämie (zu wenig Hämoglobin) oder einer Unterernährung beurteilen zu können.

Überwachung der Behandlung

Um die Wirksamkeit der Behandlung zu überwachen, müssen Häufigkeit, Intensität sowie Dauer der Exazerbationsperioden (vermehrter Husten, grünlicher Auswurf und Kurzatmigkeit) bewertet werden. Sie haben meist einen infektiösen Ursprung, können aber ebenfalls einen Bezug zur Umweltverschmutzung oder Rechtsherzinsuffizienz haben.

Darüber hinaus ist eine klinische Überwachung notwendig, um die verschiedenen Nebenwirkungen der inhalierten Produkte verhindern zu können:

  • Beta2-Agonisten können Tachykardien und Zittern verursachen
  • Anticholinergika können zu Mundtrockenheit, Tachykardien, Herzklopfen oder auch selten zu Prostataproblemen führen. Sie können ebenfalls ein Glaukom fördern oder verschlimmern. Daher sollte bei Spritzern, die ins Auge gelangen, Vorsicht geboten  und die Hände nach Verwendung des Medikaments gewaschen werden
  • Inhalierte Kortikosteroide können einen Pilzbefall im Mund-Rachen-Raum auslösen und eine heisere Stimme verursachen: Es ist wichtig, den Mund nach der Anwendung zu spülen
  • Die Sauerstofftherapie kann die Nase, den Mund sowie die Augen austrocknen: Die Verwendung eines Luftbefeuchters wird empfohlen. Außerdem ist dieses Gerät leicht entflammbar: Es ist daher verboten, zu rauchen oder sich in der Nähe von Flammen (z.B. Kamin) aufzuhalten. Zudem muss überprüft werden, dass die Maske luftdicht ist und keine Salbe oder Creme auf das Gesicht aufgetragen wird
  • Schließlich sind Benzodiazepine (Lexomil®, Xanax®, Valium®) bei der Behandlung von COPD kontrainzidiert, da sie Atemprobleme verstärken können.

Therapeutische Patientenaufklärung (TPE)

Die therapeutische Patientenaufklärung (oder auch -schulung) hat zum Ziel, den Patienten unabhängiger zu machen, die Lebensqualität zu verbessern und das Auftreten von Exazerbationen zu verringern. Diese sind integraler Teil der respiratorischen Rehabilitation und in allen Stadien der Erkrankung unerlässlich.
Es soll ein besseres Verständnis des Patienten für seine Krankheit und eine Verbesserung der Behandlung erreicht werden, um so die Einhaltung der Therapie zu erhöhen, die wiederum das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt. Dank der TPE kennt der Patient die Nebenwirkungen seiner Behandlung, aber auch die Mittel, um sie zu verhindern.
Der Patient erkennt frühzeitig die Symptome, die eine Exazerbation ankündigen (vermehrte Dyspnoe, Sputum-Bildung und Husten) und, wie diese beseitig werden können. Darüber hinaus ermöglicht die therapeutische Aufklärung dem Patienten, zu verstehen, wie wichtig eine Rauchentwöhnung ist, seine Abhängigkeit anzuerkennen und über die verschiedenen Behandlungen und Unterstützungsstrukturen informiert zu werden, die diese Entwöhnung erleichtern.
TPE ermöglicht dem Patienten auch, an vorbeugende Maßnahmen erinnert zu werden und diese in Angriff zu nehmen: Schadstoffen und Toxinen ausgesetzt zu sein, Grippeimpfung (jährlich) und Pneumokokkenimpfung (alle fünf Jahre) …
Schließlich ermöglicht die therapeutische Schulung des Patienten, Inhalationstechniken und mukoziliäre Clearance zu erlernen, um sich der korrekten Verwendung der medizinischen Geräte im Zusammenhang mit inhalativen Behandlungen zu versichern.

Körperliche Aktivität und Ernährung

Um das Fortschreiten von COPD zu verlangsamen und die Auswirkungen auf die Lebensqualität zu begrenzen, wird es empfohlen, einen gesunden Lebensstil zu führen.

Ernährungstechnische Maßnahmen sind wichtig, um Gewichtsverlust oder gar Mangelernährung zu vermeiden, die die Krankheit verschlimmern könnten. Im Gegenteil begünstigt Übergewicht aber die Kurzatmigkeit.
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Proteinen, Ballaststoffen und Antioxidantien und wenig Fetten, Salz (insbesondere bei der Einnahme von Kortikosteroiden) und Zucker wird empfohlen und muss an die Ernährungsbedürfnisse des Patienten angepasst werden.

Körperliche Aktivität ist ein wesentlicher Bestandteil der respiratorischen Rehabilitation und hilft bei der Verlangsamung des Fortschreitens der Krankheit zusätzlich zur medikamentösen Behandlung. Sie reduziert Müdigkeit und Angstzustände und verbessert die muskuläre Leistungsfähigkeit sowie die Lebensqualität des Patienten. Sie ermöglicht auch eine Verbesserung der kardiovaskulären Kapazität, der Sauerstoffversorgung der Muskeln und eine Steigerung der Belastbarkeit.

Es wird angeraten, im Vorfeld einen Termin mit dem Hausarzt zu vereinbaren, um eine körperliche Aktivität zu finden, die der persönlichen Situation am besten entspricht. Zu Beginn kann eine medizinische Beurteilung notwendig sein, vor allem bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren.

Es existieren zwei verschieden Arten von körperlicher Aktivität:

  • Ausdauersport: reduziert Atemfrequenz, Herzfrequenz, Dyspnoe sowie die Laktatproduktion im Blut
  • Muskelstärkende körperliche Aktivität: verbessert die Muskelkraft (vor allem der unteren Gliedmaßen)

Im Idealfall sollten beide Arten körperlicher Aktivität kombiniert werden.

Bei respiratorischer Insuffizienz, auch wenn das Ausüben einer Sportart sich schwierig gestaltet, ist die Erhaltung der Muskulatur notwendig. Der Physiotherapeut ist für dieses Muskeltraining zuständig und kann dies mit einer Atemphysiotherapie verbinden, ein Minimum an täglicher körperlicher Aktivität muss aber beibehalten werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass COPD eine chronische Atemwegserkrankung ist, die nicht geheilt werden kann. Jedoch kann eine angepasste Betreuung (frühzeitige Diagnose, guter Lebensstil, therapeutische Aufklärung, vorbeugende Maßnahmen und medikamentöse Behandlung) den Alltag des Patienten verbessern. Es ist unerlässlich, mit dem Rauchen aufzuhören, um eine Verschlimmerung der Krankheit zu verhindern.

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Autor: Alexandre Moreau, Assistent für digitales Marketing

Innerhalb des Digital Marketing-Teams ist Alexandre für das Verfassen von Krankheits-Infoblättern und wissenschaftlichen Artikeln zuständig. Er ist auch für die Moderation und Animation der... >> Mehr erfahren

Wer hat beigetragen: Antoine Magnan, Pneumologe

Pneumologe, spezialisiert auf Forschung auf dem Gebiet des schweren Asthmas und der Lungentransplantation. Vorsitzender der Medizinischen Kommission des Universitätsklinikums Nantes und Präsident des Nationalen... >> Mehr erfahren

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